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change Magazin – Das Magazin der Bertelsmann Stiftung

Warum positive Nachrichten so wichtig für uns sind

Zeitung "Good Newspaper" wird vor einem bunten Hintergrund gehalten Branden Harvey / Unsplash – Unsplash License, unsplash.com/license

Warum positive Nachrichten so wichtig für uns sind

  • Branden Harvey / Unsplash – Unsplash License, unsplash.com/license
  • 23. Januar 2019

Früher war alles besser? Weit gefehlt. Nie war die Menschheit gesünder und friedlicher als heute. Trotzdem beherrschen Negativschlagzeilen die Medien. Doch es gibt Formate, die sich positiven Nachrichten verschrieben haben. Dass es dabei keineswegs um Katzenvideos und Wohlfühlgeschichten geht, zeigen diese Beispiele.

Schlechte Nachrichten haben einen schlechten Einfluss auf unsere Psyche. Das ist wissenschaftlich bewiesen. Nicht nur, dass sich unsere Stimmung verschlechtert, wir haben auch weniger Motivation, uns für etwas Gutes zu engagieren. Die Art und Weise, wie Nachrichten präsentiert werden, hat einen unmittelbaren Einfluss auf unser Denken und Handeln. Zum Beispiel, ob wir für wohltätige Zwecke spenden, Müll trennen oder uns sozial engagieren.

Was wissen wir über die Welt?

„Die Illusion der Verschlechterung ist für viele Menschen eine große Belastung und veranlasst andere, alle Hoffnung fahren zu lassen – und das völlig grundlos“, sagte der 2017 verstorbene Wissenschaftler Hans Rosling. Seine Gapminder Foundation bietet einen Test an, bei dem man sein Wissen über die Welt prüfen kann. Die „Überraschung“: Die meisten Menschen malen die Welt schwärzer, als sie ist. Rosling trat dafür ein, Fakten sprechen zu lassen. Bevor er starb, hat er 32 gute Botschaften formuliert, die beweisen, dass nicht alles immer schlimmer wird. Im Gegenteil, dem Großteil der Menschen geht es besser als je zuvor.


Es geht nicht um Schönfärberei

Sollen Journalisten also Krieg, Klimawandel, Hunger, Terror und Armut ignorieren? Nein, aber sie können den Rahmen bestimmen, in dem diese Themen diskutiert werden. Konstruktiver Journalismus arbeitet mit positiver Psychologie. Dabei werden Probleme nicht ignoriert, sondern lösungsorientiert betrachtet. Einige sprechen daher von „Solutions Journalism“. Nachrichtenformate wie „Positive.News“, „The Goodnewspaper“ oder „Humans of New York“ haben sich dieser Form des Journalismus verschrieben. „ZEIT Online“ schickte eine Zeit lang jeden Tag eine positive Meldung aufs Smartphone. Die „FAZ“ berichtet in ihrer Rubrik „Gute Nachrichten, die Sie verpasst haben dürften“ über positive Entwicklungen, die im Strom negativer Meldungen untergegangen sind. Und auch change versucht, einen Beitrag zum konstruktiven Journalismus zu leisten.  

Unsere change-Auswahl positiver Nachrichten:

Neun gute Dinge, die im Winter passiert sind

Sieben gute Dinge, die im Frühling passiert sind

Schild mit dem Text "MY BODY MY CHOICE"

18 Dinge, die 2018 wirklich gut waren


Man muss kein Optimist sein, um positiv zu denken

„Ich bin kein Optimist. Das erschiene mir viel zu naiv“, so Hans Rosling. „Ich bin ein sehr ernsthafter ‚Possibilist‘, der weder unbegründeten Hoffnungen anhängt noch sich durch unbegründete Befürchtungen ängstigen lässt.“ Selbst der erklärte Negativ-Denker und Medienkritiker Stefan Niggemeier kann konstruktiver Berichterstattung etwas Positives abgewinnen, nämlich dass sie einen guten Anlass bietet, „die täglichen Nachrichtenroutinen zu hinterfragen, blinde Flecken zu erkennen und neue Perspektiven zu suchen.“


Daumen hoch! Die Welt wird immer besser, auch wenn es nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Durch Aufklärung, Austausch, Engagement, Forschung und Wissenstransfer haben wir schon viel erreicht. Dazu gehören diese Dinge: 1. Alphabetisierung: Anteil der Erwachsenen mit Grundfertigkeiten im Lesen und Schreiben – 10% (1800) zu 86% (2016)
2. Armut: Anzahl von Menschen, die in absoluter Armut leben – 2 Mrd. (1970) zu 0,7 Mrd. (2015)
3. Demokratie: Anzahl der Menschen, die in einer Demokratie leben – 9,2 Mio. (1816) zu 4,1 Mrd. (2016)
4. Frauenanteil: Anzahl der Schülerinnen und Studentinnen in der höheren Ausbildung in den OECD-Staaten – 46% (1985) zu 56% (2015)
Es gibt viele positive Entwicklungen. Jeder kann dazu beitragen!
5. Kindersterblichkeit: Anteil der Kinder, die vor dem 5. Lebensjahr sterben – 43% (1800) zu 4% (2015)
6. Kulturerbe: Anzahl der UNESCO-Welterbestätten – 12 (1978) zu 1.092 (2018)
7. Menschenrechte: Bewertung des Schutzes der Menschenrechte (Score nach Farris und Schnakenberg) – 0,02 (1949) zu 0,84 (2014)
8. Wasser: Anteil der Menschen mit Wasser aus geschützten Quellen – 76% (1990) zu 91% (2015)


Mehr dazu? Das Themenposter „Daumen hoch“ der Bertelsmann Stiftung zeigt, wie sich viele Dinge in eine gute Richtung bewegen – auch wenn das nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist.