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Positive Nachrichten: Gute Dinge, die im Winter 2020/21 passiert sind

Ein Hund spielt im Schnee Екатерина Балабанова – unsplash.com/license

Sieben gute Dinge, die im Winter 2020/21 passiert sind

  • Екатерина Балабанова – unsplash.com/license
  • 01. März 2021

Ein besonderes Jahr ist vorbei, ein neues startet leise ohne Feuerwerk. Doch es gab auch in der kalten Jahreszeit gute Dinge und Entscheidungen jenseits von Corona. change hat sieben davon für dich recherchiert, damit du gut gelaunt in den Frühling starten kannst.

Möbel aus gebrauchten Masken, Komapatient:innen erlangen ihr Bewusstsein zurück und die USA sind wieder Teil des Klimaschutzabkommens – eine Menge tolle Dinge sind im Winter passiert. Hier kommen noch mehr:

1. Ultraschall weckt Wachkomapatient:innen

In den USA hat es ein Forschungsteam geschafft, zwei von drei Wachkomapatient:innen mithilfe von gezieltem Ultraschallbeschuss zurück ins Bewusstsein zu holen. Wenn die Blutversorgung des Gehirns gestört wird, zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder Unfall, kann ein Koma hervorgerufen werden. Viele Hirnfunktionen fallen dann aus. Die US-Forscher:innen konnten durch die Therapie bereits nach wenigen Tagen erste Erfolge erzielen. Die Patient:innen reagierten auf persönliche Ansprache und konnten Dinge und Personen aus ihrem Umfeld erkennen.
 

Eine Röntgenaufnahme eines menschlichen Schädels

Schlaganfall – und dann? Wie Manuel zu einem der glücklichsten Menschen der Welt wurde


2. Biden unterzeichnet Pariser Klimaschutzabkommen

Es war eine seiner ersten Amtshandlungen: Der neue US-Präsident Joe Biden hat das Pariser Klimaschutzabkommen unterzeichnet. Nachdem sein Vorgänger Donald Trump den Austritt erklärt hatte, sind die USA nun wieder Teil des Abkommens der Vereinten Nationen zur Begrenzung des Klimawandels. Mit 19 Prozent Kohlendioxid-Ausstoß weltweit liegen die USA aktuell auf Platz zwei hinter China (Stand 2019). Mehr Infos dazu, wie die USA in Sachen Umwelt- und Klimapolitik dastehen, gibt es bei den Sustainable Governance Indicators der Bertelsmann Stiftung.
 

Die Sonne geht über einer großen Mülldeponie auf, die in Nebelschwaden gehüllt ist. Im Hintergrund ist Wald zu sehen. Darüber fliegen dutzende Vögel. Mülldeponien sind in Deutschland zwar rar geworden (nur ein Prozent des Siedlungsmülls landet hier auf Deponien), doch international gesehen kommt noch viel Abfall auf die Deponie.


3. Möbel und Häuser aus Müll

Überall bleiben sie liegen, die Alltagsmasken zum Schutz vor dem Virus. Ein junger Designstudent macht aus den alten Masken bunte Hocker! Haneul Kim aus Südkorea verarbeitet den Müll und entwickelte im Rahmen seines Wohndesign-Studiums eine Möbelkollektion. Auch das Start-up Othalo aus Norwegen möchte Müll weiterverwerten und Häuser in Afrika daraus bauen. Etwa acht Tonnen Plastikmüll, vermischt mit feuerfestem Material, sollen für ein Haus mit rund 60 Quadratmeter Wohnfläche recycelt werden.
 

Eine blaue Mülltonne, auf die das Recyclingsymbol gedruckt ist, drei ineinander übergehende Pfeile, die den Verwertungskreislauf widerspiegeln sollen

Was bringt Recycling wirklich?


4. Wikipedia feiert 20-jähriges Jubiläum

Wikipedia ist 20 Jahre alt! Am 15. Januar 2021 feierte sie Geburtstag. Die Online-Enzyklopädie mit Wissen rund um den Globus erleichtert vielen Menschen den Alltag. Jede:r kann Autor:in und damit Teil von Wikipedia werden. Damit bei dieser Offenheit so wenig Fehler wie möglich passieren, arbeiten Bots und Menschen gemeinsam an der Plattform. Jede vorgeschlagene Änderung wird von einem Algorithmus geprüft und nach Bedarf sofort gelöscht. Gibt es Unstimmigkeiten, kommunizieren Bot und Mensch miteinander, um eine Lösung zu finden.
 

Eine Person steht auf einem Berghügel in Australien, aus ihrer Tasche ragt eine kleine australische Nationalflagge Australien ist gar kein so junges Land, hier leben schon seit 60.000 Jahren indigene Einwohner:innen. Eine Textänderung in der Nationalhymne spiegelt das jetzt wider.


5. Australien ändert den Text der Nationalhymne

Als Zeichen der Anerkennung der indigenen Bevölkerung ändert Australien Teile der Nationalhymne. Wo bisher von „dass wir jung und frei sind“ die Rede war, heißt es zukünftig „dass wir einig und frei sind“. Das soll vor allem auf die 60.000 Jahre lange Geschichte der Ureinwohner:innen verweisen, die seit der Kolonisierung durch Großbritannien zu einer Minderheit auf dem Kontinent geworden sind.

6. Klimaschutz wird immer wichtiger für deutsche Kommunen

Der Klimaschutz nimmt für die Bevölkerung und deutsche Kommunen einen hohen Stellenwert ein. Das zeigt eine repräsentative Bevölkerungsbefragung des Meinungsforschungsinstituts Kantar zusammen mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) gibt an, die Auswirkungen des Klimawandels bereits jetzt in ihrer Gemeinde oder Stadt wahrzunehmen. Laut einer Kommunalbefragung des Difu im Jahr 2020 haben die Kommunen die Problematik bereits erkannt, 87 Prozent verfügen über ein Klimaschutzkonzept.
 


7. Bundesregierung stimmt Gesetzentwurf zur Frauenquote zu

Zukünftig sollen mehr Frauen in führenden Positionen Entscheidungen treffen. Der Gesetzesentwurf zur Frauenquote sieht vor, dass in börsennotierten und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern zukünftig mindestens eine Frau dabei sein muss. In Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes gilt diese Regelung bereits bei mehr als zwei Personen. Noch immer sind Frauen im Arbeitsleben benachteiligt – die Frauenquote ist ein Schritt, das zu verbessern.

Gute Nachrichten gehen oft unter. Deswegen sammeln wir zu jeder Jahreszeit positive Meldungen, die uns hoffnungsfroh gestimmt haben. Gleichzeitig bestimmt die Pandemie nach wie vor viele Aspekte unseres Lebens. Das Corona-Spezial der Bertelsmann Stiftung liefert Denkanstöße und formuliert Gedanken, wie wir mit dieser Situation umgehen können.