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change Magazin – Das Magazin der Bertelsmann Stiftung

Deutschland feiert … Zuckerfest! Und zwar jedes Jahr an einem anderen Tag

Eine Frau hält sich einen großen bunten Lutscher vors Gesicht. Unsplash / Alex Iby

Deutschland feiert … Zuckerfest! Und zwar jedes Jahr an einem anderen Tag

  • Unsplash / Alex Iby
  • Juni 2018 | Aktualisiert: Dezember 2019

2020 beginnt das Zuckerfest, auch Fest des Fastenbrechens oder „Eid al-Fitr“ genannt, am Abend des 23. Mai und endet am Abend des 24. Mai. change Magazin verrät, was sich hinter einem der wichtigsten muslimischen Feiertage verbirgt – und was der Mond damit zu tun hat.

Gut fünf Millionen Menschen mit muslimischem Glauben leben heute in Deutschland. Für viele von ihnen gehört das Zuckerfest zu den höchsten Feiertagen im Jahr. Es folgt direkt auf den heiligen Fastenmonat Ramadan und wird jedes Jahr an einem anderen Datum gefeiert.

Grund dafür ist, dass Muslim*innen sich bei ihren religiösen Festen nicht am gregorianischen Kalender, sondern am Mondkalender orientieren. Dieser hat elf bzw. in Schaltjahren zwölf Tage weniger. Daher verschiebt sich das Zuckerfest jedes Jahr um diese Differenz nach vorne.
 

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Vorfreude ist die schönste Freude

Bereits während der entbehrungsreichen Zeit des Ramadans freuen sich die Gläubigen auf das Zuckerfest. Schon im Laufe der letzten Ramadan-Tage kaufen sie große Mengen an Köstlichkeiten oder bereiten diese selber zu. Viele räumen in diesen Tagen auch ihr Haus oder ihre Wohnung gründlich auf. 

Beten und spenden

Der erste Höhepunkt des Zuckerfests ist das gemeinsame Gebet am ersten Festtag. Die Feiernden vollziehen zuvor eine rituelle Waschung und kleiden sich besonders schick. Die Gemeinde versammelt sich dann etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang in einer Moschee oder an einem offenen Gebetsplatz. Nach dem Gebet gehen mehrere Personen mit einer Sammelbüchse durch die Reihen und sammeln Almosen für Bedürftige ein.

Schon gewusst?

In manchen muslimisch geprägten Ländern ist während des Fastenbrechens offiziell schul- und arbeitsfrei. Schulen, Universitäten, Ämter, Behörden und Banken sind geschlossen, es erscheinen auch keine Zeitungen.

Auch in Deutschland gibt es in fast allen Bundesländern für Muslime die Möglichkeit, sich am ersten Festtag freizunehmen. Lehrer sind zudem angewiesen, an beiden Festtagen keine Klassenarbeiten schreiben und sonstigen Leistungsnachweise erbringen zu lassen.

Ein Ladenschild, auf dem auf Englisch Geschlossen steht.


Im Anschluss beglückwünschen sich die Gläubigen zum Fest mit dem Gruß „ʿĪd mubārak!“ (deutsch: „Gesegnetes Fest!“). Außerdem ist es üblich, sich gegenseitig um Verzeihung zu bitten. Viele Familien versammeln sich nach dem Gottesdienst auf dem Friedhof, um der verstorbenen Verwandten und Vorfahren zu gedenken, für sie Koranverse zu lesen und zu beten. Danach werden die Festtage hauptsächlich dazu genutzt, um Verwandte und Bekannte zu besuchen.

Personen beten auf den Knien in einer Moschee

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Jetzt gibt’s Zucker!

Das Zuckerfest macht seinem Namen alle Ehre, denn es werden meist süße Gerichte gereicht und viele Süßigkeiten verteilt und gegessen. Schon nach dem Abendgebet des letzten Ramadan-Tages findet in der Familie das erste große Mahl statt, das zweite nach dem Festgebet, das dritte am Abend desselben Tages. Gereicht werden die köstlichen Baklava – eine Süßspeise aus Nüssen und Pistazien, deren dünner Teig in Sirup oder Honig getränkt wird. Weitere Speisen sind Helva (aus Zucker, Kakao und Sesamöl), Kompotte und türkischer Honig. Das change Magazin wünscht allen Feiernden ein frohes Fest!


Vielfalt macht uns stark! Die Beitragsreihe „Deutschland feiert ...“ zeigt, zu welchen Anlässen Menschen in Deutschland ihre Freude ausdrücken. Das Projekt „Religionsmonitor“ der Bertelsmann Stiftung untersucht die gesellschaftliche Bedeutung von Religion und die Einstellungen von Menschen zu kultureller Vielfalt.