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change Magazin – Das Magazin der Bertelsmann Stiftung

Ramadan: Das bedeutet der Fastenmonat wirklich

Drei Hände nehmen Datteln von einem Teller rawpixel – pexels.com

Deutschland feiert … Ramadan! Das bedeutet das 30-tägige Fasten wirklich

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  • 6. Mai 2019

Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gar nichts essen oder trinken? Der Ramadan stellt den Alltag gläubiger Muslime auf den Kopf. Was genau passiert aber während des Fastenmonats? change hat sich mit einem Brauch beschäftigt, der in Deutschland länger zurückgeht als das Oktoberfest.

Jedes Jahr fasten Hunderte Millionen Muslime auf der ganzen Welt. Der Ramadan ist eine der fünf Säulen des Islams und der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Der islamische Kalender ist kürzer als der gregorianische, deswegen beginnt Ramadan jedes Jahr zehn bis zwölf Tage früher als im letzten. Das 30-tägige Fasten hat ein besonderes Ziel: Gläubige sollen ihr Gottesbewusstsein stärken und mehr Selbstbeherrschung entwickeln.

Der Ramadan ist mittlerweile ein alter Brauch in Deutschland. Deutsche Muslime praktizieren diese Tradition schon länger, als hierzulande beispielsweise das Oktoberfest gefeiert wird.

Mit Alltagsroutinen brechen

Wer soll dem Glauben nach am Ramadan teilnehmen? Kurz gesagt: Gläubige Muslime, die fit sind. Unter anderem sind Kranke, Alte, Schwangere, Menstruierende und Kinder ausgenommen. Für die Fastenden bedeutet Ramadan – im Jahr 2019 vom 6. Mai bis zum 5. Juni – von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang kein Essen, Trinken, Rauchen und kein Sex.

Eine Frau hält sich einen großen bunten Lutscher vors Gesicht.

Deutschland feiert … Zuckerfest! Und zwar jedes Jahr an einem anderen Tag


Der Verzicht ist jedoch nicht alles. Der Fokus liegt vor allem auf Spiritualität, geistlicher Anwesenheit und Gemeinschaft. Der Ramadan durchbricht den Alltag und die üblichen Bequemlichkeiten mit verschiedenen Traditionen und Ritualen. Das friedliche Miteinander steht im Mittelpunkt, und Streit und negative Gedanken sollen Praktizierende vermeiden.

Innere Einkehr ist dabei der Kern, und viele Muslime nehmen sich viel Zeit für Gebete und Selbstreflexion. Das Lesen des Korans gehört auch zum Ramadan. Laut dem muslimischen Glauben wurde das heilige Buch in diesem Monat herabgesandt.

Fastenbrechen mit Familie und Freunden

Abends findet täglich das Fastenbrechen statt, auf Arabisch: Iftar. Familien und Freunde treffen sich, um zusammen zu essen und zu beten. Muslime wie Nichtmuslime sammeln sich dabei zu Hause oder in der Moschee. Alle sind eingeladen: Freunde, Nachbarn und Bedürftige – Fastende und Nichtfastende. Der Geist des Ramadans ist es, Menschen zusammenzubringen.

Mit einer Dattel und einem Schluck Wasser oder Milch brechen viele das tägliche Fasten. Gegessen wird dann zum letzten Mal, bevor die Sonne aufgeht. Tagsüber empfinden viele Fastende Hunger, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Doch Geduld und Aushalten gelten in diesem Monat als Tugend.

Der Ramadan endet mit einem dreitägigen Fest, auf Arabisch: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens), auf Türkisch: Seker Bayrami (Zuckerfest). Bei diesem Fest feiern Familie und Freunde mit jeder Menge Essen und Süßigkeiten.

Zusammen sind wir stark! Das Projekt „In Vielfalt leben“ von der Bertelsmann Stiftung setzt sich für ein vielfältiges Miteinander ein. Die neue religiöse Vielfalt in Deutschland war außerdem Thema auf dem „Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie".