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change Magazin – Das Magazin der Bertelsmann Stiftung

So sicherst du dir deine Wunschausbildung

Eine junge Frau steht auf einem Berg und streckt die Arme in die Höhe. ID 11417994 – pixabay.com/de/service/terms

In sieben Schritten zu deinem Traum-Ausbildungsplatz

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  • 24. Januar 2023

Gute Berufschancen sind dir wichtig, aber dein Traum-Job scheint noch weit entfernt? Die ersten Bewerbungsverfahren können aufregend sein und dich vor viele unbeantwortete Fragen stellen. change nimmt dich an die Hand und bringt dich in fünf Schritten zu deinem Traum-Ausbildungsplatz.

Plötzlich ist es so weit, die Schulzeit liegt hinter dir, das Berufsleben steht bevor und damit auch zahlreiche neue Entscheidungen: Siehst du dich in einer Behörde oder in der freien Wirtschaft? Willst du einen geregelten Bürojob oder doch lieber einer handwerklichen Tätigkeit nachgehen? Wie bewirbst du dich richtig, um dir deinen Traum-Job zu angeln?
 


1. Finde deine Leidenschaften: Wofür brennst du?

Du bist kreativ und bastelst in deiner Freizeit am liebsten die verschiedensten Dinge? Dann ist eine Ausbildung als Handwerker:in vielleicht genau das Richtige für dich! Denn wer wünscht sich nicht, das Hobby zum Beruf zu machen? Was zunächst nur nach einem unrealistischen Tagtraum klingen mag, kann für dich zur Realität werden. Dafür sollte am Anfang deiner Berufswahl die Frage stehen, wo deine Leidenschaften liegen. Orientierung bieten dir hier deine liebsten Schulfächer, Hobbys oder versteckten Talente.

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2. Teste deine Skills und versteckten Talente

Du kommst immer noch zu keiner Erkenntnis? Dann teste deine Skills mit dem Erkundungstool und Berufswahltest der Bundesagentur für Arbeit. Wahrscheinlich wirst du deinen Beruf viele Jahre lang ausüben, deshalb solltest du die Entscheidung gut durchdenken und dir etwas aussuchen, das dir auch in bisschen Spaß bringt. Neben Ausbildungsberufen im Büro und in der Medizin gibt es zahlreiche handwerkliche Tätigkeiten für kreative Köpfe und Menschen mit Fingerspitzengefühl. Aber auch der klassische Bürojob oder eine soziale Tätigkeit kann genau das Richtige für dich sein. Nur weil du noch nie etwas von deiner Traum-Ausbildung gehört hast, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt.
 


3. Bewerbungsverfahren: Mit dem ersten Eindruck punkten

Herausgefunden, was dein Traum-Job ist? Dann heißt es jetzt, deine Ziele anzugehen und Bewerbungen zu verschicken. Hilfreich sind hierbei Portale mit Stellenausschreibungen, aber auch Arbeitgeber-Bewertungsportale wie kununu oder Glassdoor, Karriere-Netzwerke wie XING oder LinkedIn und Karriereseiten von Unternehmen. Zeige dem Ausbildungsbetrieb, dass dir die Sache wichtig ist, indem du auf die Vollständigkeit deiner Bewerbungsunterlagen achtest und Flüchtigkeitsfehler vermeidest. Ganz wichtig für deine Bewerbung ist, dass bereits der erste Kontakt, den du zu potenziellen Arbeitgeber:innen aufnimmst, entscheidend für den weiteren Verlauf des Bewerbungsprozesses sein kann. Sei hierbei höflich und selbstbewusst. Zeige außerdem die Bereitschaft, in einem persönlichen Gespräch noch mehr über dich zu erzählen. Dein Wunsch-Ausbildungsbetrieb hat keine Ausbildungsplätze ausgeschrieben? Nicht schlimm! Auch Initiativbewerbungen können einen guten ersten Eindruck von deinem Engagement und deiner Willenskraft hinterlassen.
 

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4. Bewerbungsunterlagen: Keine falschen Erwartungen wecken

Das perfekte Anschreiben ist eine schmale Gratwanderung zwischen Standardfloskeln und Abenteuerroman. Behalte beim Schreiben im Hinterkopf, dass du dich zwar gut verkaufen willst, aber keine falschen Erwartungen an deine Persönlichkeit und Kompetenzen wecken solltest. Es ist vollkommen normal, dass du kurz nach dem Schulabschluss noch nicht mit jahrelanger Berufserfahrung punkten kannst, also steh dazu. Stattdessen kannst du ein authentisches Bild über dich als Person und deine Charaktereigenschaften vermitteln, indem du erläuterst, warum du das Unternehmen bereichern würdest. Es ist völlig legitim, sich bei den ersten Bewerbungen an Vorlagen aus dem Internet zu orientieren.
 

5. Das Anschreiben: Schildere dich in deinen eigenen Worten

Aber Achtung! Wenn es dir am Herzen liegt, den Ausbildungsplatz zu bekommen, solltest du keine Standardtexte aus den Vorlagen kopieren. Denk daran: Auf der anderen Seite sitzen Expert:innen, die täglich zahlreiche Bewerbungen lesen und solche Kopien schnell entlarven. Stattdessen kannst du dich an der Vorlage für die Form und Vollständigkeit deines Anschreibens orientieren, für den Inhalt solltest du einen individuellen Text verfassen. Neben dem Anschreiben ist auch der Lebenslauf ein wichtiger Teil deiner Bewerbungsunterlagen. Auch hier helfen dir Vorlagen und Checklisten, um wichtige Informationen über deinen beruflichen Werdegang nicht zu vergessen.
 


​​​​​​6. Bewerbungsgespräch: Überzeuge mit deiner Ausstrahlung

Eine Einladung zum Bewerbungsgespräch ist eingetrudelt? Herzlichen Glückwunsch! Du konntest mit dem ersten Eindruck in deinem Bewerbungsschreiben überzeugen. Nun gilt es, einen guten zweiten Eindruck zu machen. Bei deinem Bewerbungsgespräch musst du deinen geschriebenen Worten Taten folgen lassen. Ganz wichtig ist dabei: Ruhe bewahren! Behalte im Hinterkopf, dass bereits ein Interesse an deiner Person besteht. Trotz Aufregung solltest du authentisch und ehrlich bleiben, so lassen sich die meisten Fragen auch ohne große Vorbereitung beantworten. Mit einem natürlichen Lächeln kannst du das Eis zwischen dir und deinen Interviewpartner:innen brechen. Denk daran: Ein Gespräch ist keine Einbahnstraße. Auch du kannst den Rahmen nutzen, um deine Fragen zu stellen.
 

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7. Du scheiterst nicht, wenn du die Chance erkennst

Ein Bewerbungsprozess ist manchmal lang, intensiv und zeitraubend. Nach einer Absage kann die Enttäuschung dementsprechend groß sein. Doch eine Absage zu kassieren, ist normal und kein Weltuntergang. Auch hier gilt: positiv bleiben und die Ruhe bewahren. Wenn du dich im Bewerbungsverfahren so präsentiert hast, wie du tatsächlich bist, dann gibt es möglicherweise Gründe für die Absage. Vielleicht passen du und das Unternehmen nicht zusammen, und wer weiß, ob nicht in der nächsten Bewerbungsphase eine viel bessere Stelle auf dich wartet. Nimm Absagen nicht persönlich und versuche stattdessen zu reflektieren, was du bei deinem nächsten Bewerbungsprozess anders machen könntest.

Tausende Jugendliche bleiben jedes Jahr ohne Ausbildungsplatz. Die Expert:innen der Bertelsmann Stiftung vom Projekt „Chance Ausbildung“ setzen sich deshalb deutschlandweit für eine Ausbildungsgarantie ein. Jetzt informieren!