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change Magazin – Das Magazin der Bertelsmann Stiftung

Was mache ich zwischen Schule und Studium oder Ausbildung?

Eine Person mit der Aufschrift "Volunteer" (engl. "Freiwillige:r") steht mit dem Rücken zu uns und schießt ein Foto einer Szene im Hintergrund ray sangga kusuma – unsplash.com/license

Fünf fantastische Ideen für die Zeit zwischen Schule und Ausbildung oder Studium

  • ray sangga kusuma – unsplash.com/license
  • 05. August 2021

Nach dem Abi ab in den … Urlaub? Gegen eine Atempause nach dem Prüfungsstress ist nichts einzuwenden. Die Zeit zwischen Schule und Studium oder Ausbildung kannst du aber auch anders nutzen. change hat fünf Ideen für dich zusammengestellt.

Die letzten Prüfungen sind längst geschrieben, du hältst dein Abschlusszeugnis in den Händen und fühlst unendliche Erleichterung, dass die Schule endlich vorbei ist. Gleichzeitig überkommt dich eine innere Leere und du weißt nicht genau, wie du die langen Monate vor dem Beginn deiner Ausbildung oder deines Studiums füllen kannst? Damit du schnell wieder aus diesem Loch herauskommst, hat change Tipps gesammelt, wie du die Zeit zwischen Schule und Ausbildung oder Studium sinnvoll nutzen kannst.

1. Freiwilligendienst leisten: Gutes tun und selbst daran wachsen

Ein Freiwilligendienst ist eine tolle Gelegenheit, etwas für das Allgemeinwohl zu tun und sich gleichzeitig selbst besser kennenzulernen. Zahlreiche Möglichkeiten im In- und Ausland findest du beispielsweise beim Bundesfreiwilligendienst oder GoVolunteer. Über den Bundesfreiwilligendienst kannst du innerhalb Deutschlands entweder ein Freiwilliges Soziales Jahr in sozialen oder kulturellen Einrichtungen machen oder dich in Sportvereinen engagieren.

Wer gerne körperlich arbeitet, kann auch ein Freiwilliges Ökologisches Jahr machen und sich im Bereich Umwelt- und Naturschutz oder in der Denkmalpflege betätigen. Wenn du gerne weit weg von zu Hause sein möchtest, kannst du dich auch für einige Monate freiwillig im Ausland engagieren. Das geht zum Beispiel über den internationalen Freiwilligendienst der Deutschen UNESCO-Kommission „kulturweit“ oder im Rahmen des Programms „weltwärts“, das über das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung läuft.

Eine junge Frau hält Bücher in den Händen.

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2. Ein Praktikum machen – und vielleicht gleich kleben bleiben?

Wenn du dir noch nicht sicher bist, in welchem Bereich du später arbeiten möchtest, kann es sinnvoll sein, die Monate nach der Schule für ein Praktikum zu nutzen. So findest du heraus, welche Tätigkeit dir Spaß macht und was du dir auch längerfristig vorstellen kannst – oder eben nicht. Dann ist immer noch genug Zeit, eine neue Richtung einzuschlagen. Ein Praktikum ist auch eine gute Idee, wenn du schon einen konkreten Berufswunsch hast. Du kannst Erfahrungen sammeln und somit die Chance auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz in diesem Bereich verbessern. Außerdem kannst du dir durch ein Praktikum den sogenannten „Klebe-Effekt“ zunutze machen: Wenn ein Betrieb während des Praktikums gute Erfahrungen mit dir gemacht hat, wird dir vielleicht auch gleich ein Ausbildungsplatz angeboten.
 

isch auf dem Laptops, externe Festplatten, Schreibutensilien, Snacks und Tee stehen

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3. Vorkurse, Eignungsprüfungen und Einstiegsqualifizierungen: Fit für Uni oder Ausbildung

Auch mit dem Abitur ist der Weg an die Uni nicht vollkommen frei: Etliche Studiengänge setzen Kenntnisse voraus, die in der Schule noch nicht vertiefend behandelt wurden. Diese kannst du durch sogenannte Vorkurse erwerben. Für manche Studienrichtungen – beispielweise im Bereich Sport – musst du außerdem eine Eignungsprüfung absolvieren. Wenn du dich für ein Studium mit hohem Numerus clausus wie Medizin oder Psychologie interessierst, deine Abi-Note dafür aber nicht ganz reicht, hast du die Möglichkeit, im Ausland zu studieren. In Österreich beispielsweise gibt es zwar keinen NC für stark frequentierte Studiengänge, dafür aber Aufnahmeprüfungen. Idealerweise hast du schon während der Schulzeit geprüft, welche Voraussetzungen du für dein Traumstudium erfüllen musst. Falls es welche gibt, ist dann die Zeit, dich für die Uni fit zu machen.

Auch die Chance auf einen Ausbildungsplatz lässt sich durch ein bisschen Engagement nach der Schule deutlich verbessern: durch eine sogenannte Einstiegsqualifizierung. Ähnlich wie in einem Praktikum lernst du dabei in sechs Monaten bis zu einem Jahr einen Betrieb kennen und sammelst erste Erfahrungen. Detaillierte Informationen zur Einstiegsqualifizierung findest du bei der Bundesagentur für Arbeit.
 


4. Jobben: Auf eigenen Beinen stehen oder sparen

Du willst finanziell unabhängig werden, schon Geld für Ausbildung oder Studium sparen oder planst eine längere Reise? Dann ist deine beste Option ein Aushilfs- oder Minijob oder eine befristete Stelle. Bei einem Minijob darfst du maximal 450 Euro monatlich verdienen und musst außer der Rentenversicherung meist keine weiteren Abgaben zahlen. Verdienst du mehr, kann es allerdings sein, dass weitere Abgaben auf dich zukommen. Wenn du dich für die langen Schuljahre mit einer Reise belohnen möchtest, ist das Interrail-Ticket der Deutschen Bahn auch für kleine Geldbeutel eine gute Option. Damit kannst du für wenig Geld ganz Europa erkunden und verbrauchst gleichzeitig viel weniger CO2 als bei einer Flugreise.
 


5. Auslandsaufenthalt: Arbeiten und nebenbei eine neue Sprache lernen  

Ob du als Au-pair die Kinder einer Familie betreust, mit einem Work-and-Travel-Visum im Ausland auf Bauernhöfen aushilfst oder in einem Café arbeitest: Eine neue Sprache lernt man am besten, wenn man sie spricht. Auch wenn sich solche Auslandsaufenthalte nach der Schule auf dem Lebenslauf oft nach verlängerten Ferien anhören, bedeuten sie auch, dass du neben Deutsch mindestens eine andere Sprache fließend sprichst, die Skills besitzt, allein in einem fremden Land zurechtzukommen, und dir eigenständig Arbeit suchen kannst.

Viele Jugendliche schauen sorgenvoll in die Zukunft: In den letzten eineinhalb Jahren hat die Corona-Krise bei jungen Menschen für große Verunsicherung gesorgt. Bei einer repräsentativen Befragung, die die Bertelsmann Stiftung unter 14- bis 20-Jährigen durchgeführt hat, gaben 70 Prozent an, dass Corona ihre Chance auf einen Ausbildungsplatz verschlechtert hat. Bei den Chancen auf einen Studienplatz waren es nur 24 Prozent. Damit niemand auf dem Ausbildungsmarkt leer ausgeht, setzt sich die Bertelsmann Stiftung für eine Ausbildungsgarantie in Deutschland ein.