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Europas Jugend fordert: „Mehr Mitsprache, jetzt!“

Eine Gruppe von Jugendlichen formt einen Stern mit den Händen Rawpixel.com - stock.adobe.com

Europas Jugend fordert: „Mehr Mitsprache, jetzt!"

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  • 20. September 2019

Rund 100 Millionen Kinder und Jugendliche wohnen in der Europäischen Union – 21 Prozent der gesamten EU-Bevölkerung. Viele sehen sich aber nicht ausreichend repräsentiert. Jetzt fordern sie mehr Mitsprache. Wie engagiert man sich aber, wenn man zu jung zum Wählen ist?

Demonstrationen, nachhaltiger Konsum oder länderübergreifende Projekte: Es gibt viele Wege, wie Kinder und Jugendliche sich für ein besseres Miteinander in Europa einsetzen können. Sie machen besonders gerne von alternativen Formen der partizipativen Demokratie Gebrauch – und bauen so an ihrer eigenen Zukunft mit.

Migration und Asyl als wichtigste Aufgaben der EU

Die Zustimmung zur EU ist bei den Jugendlichen hoch, und die Union wird insgesamt positiv wahrgenommen. Allerdings fordert die junge Generation in Europa mehr Mitsprache und sieht sich im Europäischen Parlament nicht ausreichend repräsentiert.

Doch was sind die drängendsten Probleme? Die jungen Europäer*innen halten Migration und Asyl für die wichtigsten Aufgaben der EU, gefolgt von Umweltpolitik/Tierschutz und Wirtschafts- und Finanzpolitik. Deutsche Kinder und Jugendliche sehen das etwas anders, hier liegt Sozialpolitik auf Platz drei.

Umweltschutz begeistert am meisten politisch

Wie die „Fridays for Future“-Bewegung zeigt, weckt das Thema Umweltschutz das größte politische Interesse bei jungen Menschen: 43 Prozent waren in den vergangenen zwölf Monaten dazu politisch aktiv. Gleichberechtigung kommt mit 40 Prozent auf Platz zwei.

Eine Person auf einer Demo hält einen Schild mit einem brennenden Globus hoch.

Der junge Aktivismus: So verändern Jugendliche die Welt


Dass grüne Politik bei den jungen Europäer*innen beliebt ist, zeigen auch die Resultate der U18-Wahlen zum Europaparlament 2019, die Wahl für Kinder und Jugendliche. In Deutschland wurde Bündnis 90/Die Grünen mit 28,88 Prozent deutlich stärkste Partei. Obwohl die U18-Wahlen keine unmittelbare Auswirkung auf die Politik haben, stärken sie Kinder und Jugendliche darin, sich selbstbestimmt und selbstbewusst politisch auszudrücken. Und sie wecken Neugier auf politische Beteiligung. 

Es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen

Europapolitik scheint oft unnahbar und abstrakt. Wie können Kinder und Jugendliche Gehör finden und die europäische Politik beeinflussen? Es gibt viele Möglichkeiten, mitzuwirken: Durch verschiedene Programme und Projekte können sich Jugendliche für Europa engagieren, und den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf dem Kontinent stärken, zum Beispiel durch das Europäische Solidaritätskorps oder Erasmus+ JUGEND IN AKTION.

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Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen

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Die jungen Europäer*innen von heute sind durchaus politisch und setzen sich auf verschiedene Weisen für Politik und die Gesellschaft ein. Jede*r fünfte hat in den letzten zwölf Monaten an einer Demonstration teilgenommen. Ungefähr gleich viele achten beim Konsum auf ethische und politische Fragen. Eine vielversprechende Grundlage für die Zukunft dieses Kontinents.

Wie gelingt gesellschaftlicher Zusammenhalt? Auf dem Young Europeans‘ Forum 2019 (#YEF19) „Building bridges for social cohesion“ tauschten sich 100 engagierte junge Erwachsene aus 24 europäischen Ländern darüber aus und bauten so Brücken für den Zusammenhalt der Zukunft. Organisiert wurde das #YEF19 von der Bertelsmann Stiftung und „The Aladdin Project“ in Kooperation mit der UNESCO.