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Vesakh: Das Potpourri-Fest verschiedener Buddhismen

Eine Person mit orangen Klamotten sitzt auf dem Absatz eines Tempels Rohan Aggarwal / Unsplash – Unsplash License, unsplash.com/license

Deutschland feiert … Vesakh! Das Potpourri-Fest verschiedener Buddhismen

  • Rohan Aggarwal / Unsplash – Unsplash License, unsplash.com/license
  • 22. Mai 2019

Von stillen Gebeten bis zu knallbunten Prozessionen – Buddhisten weltweit feiern das Vesakh-Fest ganz unterschiedlich. Aber warum? Und was haben eigentlich Tiere mit der ganzen Sache zu tun? change erzählt von dem wichtigsten Fest im Buddhismus, das für viele Menschen trotzdem wenig bekannt ist.

Vesakh findet am ersten Vollmondtag des sechsten Mondmonats statt, also zwischen Ende April und Anfang Juni. Verschiedene buddhistische Kalenderrechnungen feiern an unterschiedlichen Tagen. Alle Buddhisten feiern an Vesakh die Geburt des ersten Buddha, Siddhartha Gautama. In einigen Ländern feiert man außerdem Buddhas Erleuchtung und seinen Eingang ins Nirwana.

Von den Vereinten Nationen anerkannt

Vesakh ist das wichtigste Fest im Buddhismus und seit 1999 durch die Vereinten Nationen als offizieller internationaler Feiertag anerkannt. Allerdings ist Vesakh ein ziemlich neues Phänomen: Vertreter verschiedener Buddhismen gründeten das Fest im Jahr 1950, um verschiedene buddhistische Traditionen an einem gemeinsamen Feiertag zusammenzubringen.

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Wegen der verschiedenen Wurzeln wird Vesakh rund um die Welt unterschiedlich gefeiert. Überall hegt man an diesem Tag jedoch den Wunsch nach Einheit und Frieden. Die Verbindung der Einzelperson mit der Gemeinschaft steht auch im Zentrum sowie gute Vorsätze und gute Taten, wie Bedürftigen helfen und sorgfältig mit Tieren umgehen. Jeder sollte sein religiöses Leben durchdenken und sich religiös und moralisch entwickeln. Viele feiern Vesakh auch in Form einer Puja, einem wichtigen Verehrungsritual entsprechend der Andacht der Christen. 

Karma: Gutes tun und Gutes erfahren

Viele Buddhisten gehen an Vesakh in den Tempel, um zu meditieren, Buddha-Statuen zu baden und Opfergaben darzubringen. Durch die Gaben erhofft man sich gutes Karma. Mönche rezitieren Buddha und halten Vorträge, und viele Menschen sprechen Gebete von der Lehre Buddhas – das Ganze mit dem Ziel, in sich zu gehen und die Verbindung mit Buddha zu spüren.


Besonders in Südostasien ziehen an diesem Tag Prozessionen durch die Straßen: Buddha-Statuen auf Wagen, geschmückt mit Blumen, bunten Lichtern und Fahnen. Auch Tempel, Häuser und Straßen werden dekoriert. Nicht ganz so bunt wie in Asien feiert man in Deutschland. Hier geht es mehr um das Bekenntnis zum Buddhismus – ebenso wie um die Möglichkeit, die Religion zu verbreiten und Menschen von ihr zu erzählen.

Die fünf sittlichen Gebote

Letztlich soll jede buddhistische Person besonders an diesem Tag die fünf sittlichen Gebote des Buddhismus einhalten: Keine Lebewesen töten oder verletzen, nicht stehlen, Enthaltsamkeit üben, nicht lügen und keine Rauschmittel konsumieren. In festliche Stimmung kommen Buddhisten trotzdem – und stärken mit Vesakh die Gemeinschaft und das Wirgefühl. 

Vielfalt macht stark! In dem Projekt „Religionsmonitor“ beschäftigt sich die Bertelsmann Stiftung mit der religiösen Vielfalt moderner Gesellschaften. Wie das Zusammenleben und das Miteinander in der kulturellen Vielfalt gelingen kann, wird in dieser Studie untersucht.