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Sieben interessante Fakten über die Ukraine

Blaues Wasser und eine gelbe Poolkante, die wie die ukrainische Flagge aussehen. Etienne Girardet – unsplash.com/license

Von Revolutionen zu Reformen: Sieben Dinge, die du noch nicht über die Ukraine wusstest

  • Etienne Girardet – unsplash.com/license
  • 27. März 2020

Die Ukraine ist nicht nur orthodoxe Kirchen, Schwarzmeerküste und bewaldete Gebirge. Als ehemaliger Teil der Sowjetunion durchläuft dieses Land gerade Revolutionen, zeigt sich aber gleichzeitig vorbildlich in Bildung und Umweltfreundlichkeit. Das riesige Land im Osten Europas hat viele Facetten.

In der Ukraine bringt ein Spinnennetz im Weihnachtsbaum Glück – ein Weihnachtsbrauch, der manchen Deutschen vielleicht kurios erscheinen könnte. Was solltest du sonst noch über die Ukraine wissen? Diese sieben Fakten finden wir bei change besonders interessant.

1. Die ukrainische Sprache: Wie Russisch, aber auch nicht

Ähnlich dem Nachbarn: Die ukrainische Sprache verwendet das kyrillische Alphabet (basierend auf dem griechischen Alphabet), teilt syntaktische Strukturen mit dem Russischen, unterscheidet sich aber lexikalisch­­­­­. Zum Beispiel kann der Satzbau ähnlich sein, während einzelne Wörter dem Polnischen oder Tschechischen näher sind als dem Russischen. Ukrainisch wird im Westen und im Zentrum des Landes gesprochen, während im Osten und Süden Russisch geläufiger ist. Und immer geht beides – im selben Gespräch.

2. Hohe Alphabetisierung

Der Anteil der Menschen, der in der Ukraine lesen und schreiben können, ist einer der höchsten der Welt. Der Wert lag 2012 bei 99,97 Prozent der Bevölkerung. In der ganzen Welt konnten in diesem Jahr 84,73 Prozent der Menschen lesen und schreiben, in Deutschland waren es 99,00 Prozent.

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3. „Euromaidan“ oder die „Revolution der Würde“

Im Jahr 2013 haben Bürger*innenproteste die ukrainische Regierung zu Fall gebracht. Menschen jeglichen Alters und aller Schichten haben sich monatelang bei großer Kälte gegen Regierungskorruption und für eine proeuropäische Ausrichtung des Landes versammelt. Der Aufstand mündete im Blutvergießen: Die brutale Gewalt gegenüber mehrheitlich unbewaffneten Demonstranten hat dazu geführt, dass das Regierungslager keine Unterstützung mehr hatte. Bekannt sind die Proteste als die „Revolution der Würde“ oder „Euromaidan“.

4. Die tiefste U-Bahn-Station der Welt

Die U-Bahn-Station „Arsenalna“ in Kiew ist die tiefste der Welt. Sie verläuft in einer Tiefe von 105,5 Metern. Diese Sehenswürdigkeit ist nur einer von vielen Gründen, die Ukraine zu besuchen.

5. Europäische Kaffeehauskultur dank einem Ukrainer

Georg Franz Kolschitzky, geboren 1640 in Sambir in der heutigen Ukraine (damals Polen-Litauen), hat der Legende nach das allererste Wiener Kaffeehaus in Wien eröffnet. Heute ist die ukrainische Kaffeekultur besonders groß in der Stadt Lwiw – nicht weit entfernt von Sambir, wo Kolschitzky geboren wurde.

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6. Auf einem weitverbreiteten Reformkurs

Seit dem „Euromaidan“ finden zahlreiche Reformen im Land statt, unter anderem eine Dezentralisierungsreform. Die Dezentralisierung führt zu mehr Bürger*innennähe sowie Beteiligungsmöglichkeiten für Ukrainer*innen. Dadurch nimmt auch der Weg der Ukraine Fahrt auf, ein modernes europäisches Land zu werden.
 


7. Umweltfreundliche Fahrzeuge: Temporeiche Entwicklung

Der Markt für Elektrofahrzeuge boomt seit einigen Jahren in der Ukraine – trotz ernster geopolitischer und wirtschaftlicher Probleme. Umweltfreundliche Fahrzeuge sind hier sehr beliebt. Damit steht das Land an der Spitze der globalen Bemühungen, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen.

Wie kann es vor den Grenzen der EU friedlicher werden? Das Projekt „Strategien für die EU-Nachbarschaft“ der Bertelsmann Stiftung arbeitet an Lösungen für aktuelle Krisen und Konflikte in der EU-Nachbarschaft. Das Projekt will Ansätze für eine effektive europäische Nachbarschaftspolitik entwickeln. Mehr dazu hier.