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change Magazin – Das Magazin der Bertelsmann Stiftung

Finnland: Sieben Dinge, die du nicht wusstest

Jemand hat „So cold“ im Schnee geschrieben auf der Windschutzscheibe von einem finnischen Bus. Ethan Hu / Unsplash – Unsplash License, unsplash.com/license

Mehr als Sauna und Schnee: Sieben Dinge, die du noch nicht über Finnland wusstest

  • Ethan Hu / Unsplash – Unsplash License, unsplash.com/license
  • 9. Januar 2020

Wer an Finnland denkt, denkt vielleicht an Sauna, Schnee und Eishockey. Aber „das Land der 1.000 Seen“ (oder 187.888, um genau zu sein) hat so viel mehr zu bieten und zeigt sich in vielen Bereichen fortschrittlich und clever. Was aber macht dieses nordische Land so besonders? Hier sind sieben Dinge, die du noch nicht über Finnland wusstest.

Finnland ist sowohl beim Thema Nachhaltigkeit als auch bei der Gleichberechtigung ein vorbildliches Land – und wenn es um Smart Citys geht, liegt die Stadt Helsinki ebenfalls ganz vorne. change hat sieben interessante, lustige und überraschende Fakten über Finnland gesammelt: 

1. Das gesetzlich verbriefte Recht auf Surfen

Nicht auf dem Brett, aber im Netz: Als erstes Land der Welt hat Finnland 2010 Internet-Breitbandanschluss zum Rechtsanspruch für jede*n Bürger*in erklärt.

Eine Kreidetafel, auf der Free Wifi geschrieben steht.

Internet für alle – und gratis! Das ist die erste digitale Nation der Welt


2. Champion beim Thema Nachhaltigkeit

Finnland schneidet zusammen mit Schweden und Dänemark am besten bei den UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) ab: Zu fast drei Vierteln erfüllen die Länder schon die Vorgaben der UN. 193 Staaten haben sich 2015 auf die 17 Nachhaltigkeitsziele geeinigt – für eine bessere ökonomische, ökologische und soziale Entwicklung. 

3. Wenige Menschen auf viel Platz

Die 5,5 Millionen Einwohner*innen müssen nicht unbedingt eng leben: Mit 18,2 Personen pro Quadratkilometer hat Finnland die geringste Bevölkerungsdichte in der EU.

4. Weltmeister*innen im Kaffeetrinken

Kein anderes Volk der Welt konsumiert so viel Kaffee wie die Finn*innen: 12 Kilogramm Kaffee pro Person und Jahr trinken sie im Schnitt. Wahrscheinlich haben die langen Winter und niedrigen Temperaturen etwas damit zu tun. Die Anzeige „Kaffepaussi“ auf einem finnischen Linienbus wurde weltberühmt. (Ein Sprachforscher hat übrigens richtiggestellt, dass es sich hier um kein eingewandertes deutsches Wort handelt, sondern wohl um ein schwedisches.) 

5. Helsinki schenkt eine Stunde Zeit

Im Viertel Kalasatama in der Hauptstadt Helsinki findet man alles von automatischer Müllentsorgung bis zu elektrischen, autonom fahrenden „Robobussen“ – von künstlicher Intelligenz gesteuert. Nachhaltigkeit wird hier eng mit der Lebensqualität der Menschen verbunden. Das Viertel soll so smart und damit effektiv werden, dass den Einwohner*innen pro Tag eine Stunde Zeit „geschenkt“ wird.

Zementblöcke, Kräne und Hochhäuser im Stadtteil Kalasatama in Helsinki.
Auf der 175 Hektar großen Riesenbaustelle Kalasatama ändert sich fast täglich alles. Wegen
der hochmodernen Stadtbauplanung nennt man diesen Stadtteil Helsinkis „Fiksu“
(„Smart“).
Ein Junge skatet auf rosa Skulpturen in Kalasatama.
Smart City Kalasatama: Das Ziel ist es, das Viertel so zu gestalten, dass jede*r Einwohner*in am Ende ein großes Geschenk bekommt: auf den Tag verteilt eine Stunde Zeit und damit weniger Stress.
Eine Person trennt Müll in der smarten Müllentsorgung in der Hauswand.
Kalasatama verfügt über eine Hightech-Müllentsorgung: Jedes Gebäude ist daran
angeschlossen, und ein persönlicher Chip öffnet die fünf farblich gekennzeichneten
Klappen in der Hauswand. Bei der Hauptsammelstelle landet der Müll automatisch auf dem richtigen Haufen. Ganz schön smart.
Zwei studentische Begleiter im elektrischen Robobus, der von KI gesteuert wird.
Smart ist auch der kleine elektrische „Robobus“, der fast lautlos seine Runden durch
Kalasatama dreht. Seine ständigen studentischen Begleiter*innen müssen dem „Robobus“
allerdings manchmal noch helfen, andere Fahrzeuge sicher zu überholen.


6. Vorreiter*innenrolle beim Thema Frauenwahlrecht

Finnland hat 1906 als erstes Land der heutigen EU das Frauenwahlrecht eingeführt. Nicht nur das passive (Stimmabgabe), sondern auch gleich das aktive Wahlrecht (zur Wahl stehen) wurde damals verabschiedet. So konnten finnische Frauen als gewählte Abgeordnete ins Parlament einziehen.

7. Großartige Erfinder*innen

Sehr viele Erfindungen stammen aus Finnland, unter anderem: die Schlittschuhe, der Molotowcocktail, das Computerspiel „Angry Birds“, „Erwise“ (der erste Internet-Browser mit einer Benutzeroberfläche), der Herzfrequenz-Monitor, salziges Lakritz („Salmiakki“), das „Linux“-Betriebssystem, die SMS und – natürlich – die Sauna.

Cover des change Magazins 2/2019

Wie funktioniert eine intelligente Stadt?

Mehr über das smarte Viertel Kalasatama in Helsinki liest du im kostenlosen change Magazin 2/2019.

Vielleicht haben einige von diesen Sachen damit zu tun, dass Finnland 2019 das glücklichste Land der Welt war?

Kommunal. Digital. Vernetzt. Das Projekt „Smart Country“ der Bertelsmann Stiftung unterstützt Kommunen dabei, die digitale Transformation als Chance zu nutzen. Intelligente Technik und Vernetzung sollen helfen, dass alle vom Fortschritt profitieren und dass gleichwertige Lebensverhältnisse in Städten und Regionen gesichert werden.