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change Magazin – Das Magazin der Bertelsmann Stiftung

Länderwissen Tunesien: Fünf spannende Fakten

Sidi Bou Saïd, ein Küstenort im Norden Tunesiens Noelle Guirola - unsplash.com

Fünf Dinge, die du noch nicht über Tunesien wusstest

  • Noelle Guirola - unsplash.com
  • 4. November 2022

Zwischen Saharawüste und Mittelmeer liegt das kleinste Land Nordafrikas. Eine Reise nach Tunesien lohnt sich nicht nur wegen der filmreifen Kulisse, auch hinter der Kultur und Architektur stecken spannende Geschichten. change nimmt dich mit.

Hättest du gewusst, dass Tunesien und die italienische Urlaubsinsel Sizilien weniger als 150 Kilometer voneinander entfernt sind? Oder dass das besterhaltene Amphitheater Nordafrikas, das fast genauso spektakulär ist wie das in Rom, im tunesischen El Djem steht? Hier kommen fünf weitere Fakten, die du vielleicht noch nicht über Tunesien wusstest.
 


1. Tunesien als Filmkulisse: Luke Skywalkers Heimatplanet ist die Wüste

Wie wäre es wohl, sich einen Tag wie Luke Skywalker zu fühlen? Um in die Welt der „Star Wars“-Filme einzutauchen, musst du nicht in eine weit entfernte Galaxie reisen, sondern nach Tunesien. Zahlreiche Science-Fiction-Fans pilgern jedes Jahr nach Onq Jmel und Matmata, um die Heimat ihrer Filmheld:innen zu erkunden. Auch wenn an diesen Orten heute keine Dreharbeiten mehr stattfinden, bemühen sich die Einwohner:innen, die Atmosphäre aus den Filmklassikern zu erhalten.

Übrigens ist Matmata auch für Tourist:innen außerhalb des „Star Wars“-Universums einen Ausflug wert. Der Ort ist aufgrund zahlreicher unterirdischer Wohnungen als Höhlendorf bekannt und beeindruckt mit seiner Geschichte und Architektur.
 


2. Tunesien: Arabischer Vorreiter für Emanzipation?

Tunesien gilt als arabischer Vorreiter für Frauenrechte. Die Frauenrechtsorganisation Association Tunisienne des Femmes Démocrates (ATFD) konnte in den Bereichen der Berufs- und Partner:innenwahl in den vergangenen Jahren bereits einige Fortschritte erzielen. Allerdings haben Frauen bis zur Gleichstellung auch hier noch einiges vor sich. Doch die Chancen stehen gut, denn es gibt in Tunesien viele junge Menschen, die für Frauenrechte, Lebenschancen, Arbeitsplätze und Demokratie auf die Straßen gehen.
 


3. Klein, aber oho: Tunesien erstreckt sich über drei Klimazonen

Tunesien ist nicht einmal halb so groß wie Deutschland und damit das kleinste Land Nordafrikas. Die abwechslungsreiche Natur ist von der speziellen Form und Lage des Landes geprägt. Denn Tunesien ist das nördlichste Land auf dem afrikanischen Kontinent und doppelt so lang wie breit. Somit erstreckt es sich über drei Klimazonen. Während der Norden mit den malerischen Stränden und der grünen Vegetation viele Urlauber:innen anzieht, prägen trockene Steppe und die endlosen Weiten der Saharawüste den südlichen Teil des Landes.
 

Das Regierungsviertel in der tunesischen Hauptstadt Tunis

Was ist geblieben vom Arabischen Frühling?


4. Bienvenue en Tunisie: Tunesiens französische Kolonialgeschichte

Warum kommst du mit deinem Schulfranzösisch in Tunesien oft weiter als mit Englisch? Das Land war lange von Frankreich besetzt. 1881 marschierten französische Truppen ein und zwangen dem Land den Status eines „Protektorats“ auf. Tunesien war damit zwar keine echte Kolonie Frankreichs, aber die französische Regierung hatte dort weitreichende Befugnisse. 1956 erlangten die Tunesier:innen ihre Unabhängigkeit zurück. Seitdem hat die arabische Sprache Französisch stark aus dem öffentlichen Raum verdrängt, Französisch hat sich aber als Handels- und Bildungssprache gehalten. An der Schule wird auch heute noch Französisch als Pflichtfach gelehrt.
 


5. Körperkunst in Tunesien: Tattoos als Teil der Kultur

Trägt deine Oma Tattoos? In Tunesien ist diese Frage gar nicht so abwegig. Wenn du dir jetzt aber ältere Damen mit Schmetterlingsmotiv auf der Schulter vorstellst, liegst du falsch. Denn die Tattoos der Amazigh (Berber:innen), die einen kleinen Teil der Bevölkerung Tunesiens ausmachen, sind traditionelle Motive aus Linien und Punkten, die mit Kohle in die Haut gebrannt wurden. Der Einfluss des Islams hat solche Tätowierungen jedoch heutzutage seltener werden lassen.

Tunesiens Geschichte und Kultur sind beeindruckend. Doch die hoffnungsvolle Entwicklung zur Demokratie stockt – der Präsident zieht alle Macht an sich. Auch die Wirtschaft kommt seit Jahren nicht voran, deshalb suchen viele Tunesier:innen Lebenschancen in Europa. Die Europäische Union kann dabei helfen, die Ernährungssicherheit des Landes durch Handels- und Investitionsbeziehungen zu verbessern. Eine im Rahmen des Projekt „Strategien für die EU-Nachbarschaft“ der Bertelsmann Stiftung veröffentlichte Studie zeigt wie genau.