Acht gute Dinge, die im Frühling 2026 passiert sind
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- 19. Juni 2026
Zwei Männer können nach acht Jahren ihre Ehe offiziell machen. Ein Fisch kehrt zurück, den niemand mehr erwartet hat. Und Frauenfußball bekommt endlich die Anerkennung, die ihm zusteht. Der Frühling 2026 war gut und change liefert die Beweise dafür.
Manche Meldungen schaffen es nicht in die großen Schlagzeilen, obwohl sie es verdient hätten. Dabei steckte der Frühling voller positiver Entwicklungen. Nicht nur in Sachen Artenvielfalt machen wir Fortschritte. Auch Demokratie, Medizin und Gleichberechtigung sind auf dem richtigen Weg. Bühne frei für acht gute Dinge aus dem Frühling!
1. LGBTQ-Paar schreibt Geschichte in Polen
In einem Land, das lange als einer der letzten EU-Staaten gegen die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare stand, passierte im Mai 2026 etwas Historisches: Das Warschauer Standesamt trug erstmals eine im EU-Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehe offiziell ein. Das Ehepaar Jakub Cupriak-Trojan und Mateusz Trojan hatte 2018 in Berlin geheiratet. Acht Jahre später wurde ihre Ehe nun auch in Polen anerkannt. Möglich wurde das durch ein Urteil des Obersten Verwaltungsgerichts. Demnach ist Polen verpflichtet, in anderen EU-Mitgliedstaaten geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen anzuerkennen. LGBTQ-Verbände sprachen von einem „historischen Schritt“ und einem „Wendepunkt“ in dem traditionell katholisch geprägten Land.
2. Gute Nachrichten für die Demokratie in Deutschland
In Zeiten, in denen Populismus und Demokratieskepsis weltweit auf dem Vormarsch zu sein scheinen, zeigt eine Langzeitstudie der Bertelsmann Stiftung ein anderes Bild für Deutschland: 91 Prozent der Befragten stimmen den Werten und Regeln demokratischer Wahlen überdurchschnittlich stark zu. Auch in den anderen Kategorien der Befragung bleiben die Ergebnisse auf einem sehr hohen Niveau. Der im Mai 2026 veröffentlichte Demokratiemonitor belegt, dass das Fundament für die liberale Demokratie in Deutschland stabil bleibt. Wenn das mal keine guten Nachrichten sind.
3. Der Thunfisch ist zurück in der Ostsee
Mehr als 50 Jahre lang war der Atlantische Thunfisch aus dem Öresund, der Meerenge zwischen Dänemark und Schweden, verschwunden. Überfischung hatte die Bestände nahezu zum Kollaps gebracht. Doch im Frühling 2026 berichteten Meeresbiolog:innen, dass sich die Tiere dank internationaler Schutzmaßnahmen, Fangquoten und Schonzeiten spürbar erholt haben. Die Naturschutzorganisation IUCN strich die Art im Jahr 2026 von der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Eine Erfolgsgeschichte, die zeigt, dass sich die Natur mit konsequentem Schutz erholen kann.
4. Malaria-Impfprogramm senkt Kindersterblichkeit
Eine im Frühling 2026 veröffentlichte Studie der Weltgesundheitsorganisation bringt bemerkenswerte Ergebnisse. In drei afrikanischen Ländern hat ein Malaria-Impfprogramm die Todesrate unter Kleinkindern um 13 Prozent gesenkt. Das ist eine enorme Zahl, wenn man bedenkt, dass Malaria eine der häufigsten Todesursachen für Kinder unter fünf Jahren ist. Jahrzehntelang schien ein wirksamer Impfstoff gegen Malaria unerreichbar. Jetzt ist er da und rettet bereits Leben.
5. Fairtrade knackt die Drei-Milliarden-Grenze
Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten hat erstmals die Marke von drei Milliarden Euro überschritten. Genau genommen 3,14 Milliarden Euro, ein Plus von knapp neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Pro Kopf gaben Verbraucher:innen rund 38 Euro für fair gehandelte Waren aus. Das zeigt, dass faire Produkte kein Nischenphänomen sind. Und je mehr fair gehandelt wird, desto besser sind die Bedingungen für Menschen, die in den Anbauländern arbeiten. Durch den Verkauf von Fairtrade-Produkten auf dem deutschen Markt flossen insgesamt rund 42 Millionen Euro Prämiengelder direkt an die Produzent:innen.
6. Die EU verbietet KI-Apps für sexualisierte Deepfakes
Das Europäische Parlament und die EU-Kommission haben sich auf ein Verbot von KI-Anwendungen geeinigt, die ohne Zustimmung der Betroffenen intime Bilder erstellen können. Sogenannte „Nudifier-Apps“ sollen damit in der EU künftig illegal sein. Laut einer Studie macht Deepfake-Pornografie 98 Prozent aller Deepfake-Videos im Netz aus. Ein Großteil der Betroffenen sind Frauen. Die neue Regelung ist Teil einer Anpassung des europäischen KI-Gesetzes. Sie richtet sich nicht nur gegen einzelne Täter, sondern gegen die Anwendungen selbst. Ein wichtiger Schritt, um digitale Gewalt an der Wurzel zu bekämpfen. Das Verbot soll ab Dezember 2026 in Kraft treten.
7. Frauenfußball bekommt sein erstes eigenes Stadion in Europa
Im April 2026 gab der englische Fußballklub Brighton & Hove Albion bekannt, dass er Europas erstes Fußballstadion exklusiv für seine Frauenmannschaft bauen will. Direkt neben dem Männer-Stadion, mit mindestens 10.000 Plätzen. Das Stadion soll von Grund auf für den Frauenfußball gedacht sein, mit Gemeinschaftsräumen und familienfreundlicher Atmosphäre. Lange fristete der Frauenfußball ein Schattendasein. Diese Zeiten sind vorbei, das haben zuletzt volle Stadien und starke Einschaltquoten bei der Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland gezeigt. Zuletzt lag der Anteil der fußballinteressierten Deutschen, die sich regelmäßig Spiele des DFB-Frauen-Teams ansehen, bei 37 Prozent. Das ist ein Plus von 15 Prozentpunkten zum Jahr 2021.
8. Europas Wisente erholen sich
Vor rund 100 Jahren galt der Wisent, auch Europäisches Bison genannt, in freier Wildbahn als ausgerottet. Heute kehrt Europas größtes wild lebendes Landsäugetier zurück. Im April 2026 wurde bekannt, dass die Zahl frei lebender Wisente inzwischen wieder mehr als 7.200 Tiere erreicht hat. Vor zehn Jahren waren es noch rund 2.500. Die größten Populationen befinden sich in Belarus und Polen, aber auch in Rumänien und Bulgarien gibt es wachsende Herden. Willkommen zurück, liebe Wisente!
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