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Studiert und trotzdem arbeitslos? Das hilft beim Berufseinstieg

Eine junge Frau sitzt an einem Tisch, hört über Kopfhörer und schreibt konzentriert mit einem Stift in ein aufgeschlagenes Notizbuch.
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Berufseinstieg nach dem Studium: Was bei der Jobsuche hilft

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  • 25. September 2026

Studium abgeschlossen, Lebenslauf poliert und trotzdem hagelt es Absagen? Damit bist du nicht allein. Wirtschaftsflaute, KI und neue Kompetenzanforderungen verändern den Arbeitsmarkt spürbar. Warum selbst gefragte Abschlüsse nicht mehr automatisch zum Job führen und was jetzt beim Einstieg hilft – change verrät es!

Master in der Tasche, Praktika gemacht, vielleicht nebenbei noch als Werkstudent:in gearbeitet – eigentlich müsste der Berufseinstieg jetzt klappen. Oder? Genau diese Rechnung geht gerade für immer mehr junge Akademiker:innen nicht auf. 2025 waren deutschlandweit rund 335.000 Menschen mit Hochschulabschluss arbeitslos, 46.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Akademiker:innen-Arbeitslosenquote stieg damit auf 3,3 Prozent. Gleichzeitig fehlen Unternehmen weiterhin Hunderttausende Fachkräfte. Wie passt das zusammen?


Wie viel ist ein Studium heute noch wert?

3,3 Prozent Arbeitslosigkeit unter Akademiker:innen – ist das schon viel? Nicht im Vergleich zu anderen Qualifikationsgruppen. Für Akademiker:innen wirft diese Zahl trotzdem Fragen auf. Denn von 2007 bis 2024 lag ihre Arbeitslosenquote durchgehend unter drei Prozent. Erst 2025 wurde diese Marke wieder überschritten. Ein Studium bleibt also eine ziemlich gute Absicherung auf dem Arbeitsmarkt. Akademiker:innen sind weiterhin seltener arbeitslos als Menschen ohne Hochschulabschluss und finden im Schnitt auch schneller wieder einen Job. 59 Prozent der arbeitslosen Akademiker:innen waren 2025 weniger als sechs Monate ohne Beschäftigung.

Gerade beim Berufseinstieg hat sich die Situation aber verschärft. In Niedersachsen stieg die Zahl der arbeitslosen Akademiker:innen unter 30 Jahren allein zwischen 2022 und 2025 um 74,3 Prozent. Deutschlandweit hat sich die Zahl junger Menschen, die trotz Uni-Abschluss arbeitslos sind, in wenigen Jahren ungefähr verdoppelt.
 


Alle suchen Fachkräfte – nur wen eigentlich?

370.000 offene Fachkräftestellen und gleichzeitig immer mehr arbeitslose Akademiker:innen? Was widersprüchlich klingt, lässt sich vor allem mit einem Problem erklären: Angebot und Nachfrage passen nicht immer zusammen. Während in einigen Bereichen dringend Personal gesucht wird, bauen andere Branchen Stellen ab oder halten sich mit Neueinstellungen zurück. Dazu kommt die schwache Wirtschaftslage. Unternehmen stellen vorsichtiger ein und suchen teilweise sehr gezielt nach bestimmten Qualifikationen. Fehlen diese, bleibt eine Stelle im Zweifel lieber länger unbesetzt.

Besonders Berufseinsteiger:innen trifft das. Selbst bei Junior-Stellen werden teilweise mehrere Jahre Berufserfahrung vorausgesetzt, die direkt nach der Uni kaum jemand mitbringen kann. Bei der Jobsuche lohnt es sich deshalb, genauer hinzuschauen: Wo werden tatsächlich die Fähigkeiten gesucht, die das eigene Profil mitbringt?
 

Nimmt KI Berufseinsteiger:innen die Jobs weg?

Recherche, erste Analysen, einfache Texte, Code-Bausteine: Viele Aufgaben, die früher bei Berufseinsteiger:innen landeten, lassen sich heute zumindest teilweise mit KI erledigen. Bedeutet das, dass KI junge Akademiker:innen ersetzt? Ganz so einfach ist es nicht. Was sich aber verändert, sind die Anforderungen. Kompetenzprofile haben sich in vielen Berufen innerhalb kurzer Zeit verschoben. Studiengänge können mit diesem Tempo nicht immer mithalten: Während Curricula teilweise nur alle drei bis fünf Jahre angepasst werden, verändern sich digitale Tools innerhalb weniger Monate. Deshalb können Berufseinsteiger:innen Qualifikationen fehlen, die beim Studienstart noch kaum eine Rolle gespielt haben. Das zeigt sich etwa in der IT, wo Unternehmen gezielt Entwickler:innen suchen, die KI bereits in ihre Arbeit integrieren können. Die gute Nachricht: Dafür braucht es nicht unbedingt den nächsten Abschluss. Wichtiger wird, neue Tools selbstständig zu lernen, sinnvoll einzusetzen und ihre Ergebnisse kritisch beurteilen zu können.
 

Eine Frau in einem Lager scannt Codes von einem Paketaufkleber, im Hintergrund viele Kisten in großen Regalen, neben ihr ein Laptop mit technischen Daten.

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Dein Studiengang ist kein Jobtitel

9,1 Prozent Arbeitslosigkeit in naturwissenschaftlichen Berufen, 8,5 Prozent in Mediengestaltung, Werbung und Marketing: Einige akademische Berufsfelder sind aktuell deutlich stärker betroffen. Besonders niedrig ist die Arbeitslosigkeit dagegen unter anderem in Verwaltungsberufen, bei Lehrkräften, im Sozialwesen sowie in Medizin und Pharmazie. Aber die Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte, denn ein naturwissenschaftlicher Abschluss bedeutet nicht automatisch, später in einem klassischen naturwissenschaftlichen Beruf zu arbeiten.

Betrachtet man statt der Berufe die Studienabschlüsse, lag die Arbeitslosenquote bei Naturwissenschaftler:innen 2025 beispielsweise nur bei 3,6 Prozent. Genau darin steckt eine Chance. Viele Fähigkeiten aus dem Studium lassen sich auf ganz andere Jobs übertragen – von Analyse und Recherche über Projektmanagement bis zur Kommunikation. Statt nur nach Stellen zu suchen, die exakt zum Studiengang passen, kann deshalb eine andere Frage weiterhelfen: Wo können die eigenen Fähigkeiten noch gebraucht werden?


Der passende Job liegt vielleicht woanders

Auch der Wohnort macht einen Unterschied. 2025 lag die Akademiker:innen-Arbeitslosenquote in Ostdeutschland durchschnittlich bei 4,3 Prozent, in Westdeutschland bei 3,0 Prozent. Wirtschaftsstruktur, große Arbeitgeber, Behörden oder Forschungseinrichtungen beeinflussen die Chancen vor Ort. Das bedeutet nicht, für den ersten Job direkt umziehen zu müssen. Remote- und Hybridstellen können den Suchradius ebenfalls erweitern. Und auch ein Blick in angrenzende Branchen lohnt sich: Kommunikationsskills werden nicht nur in Medienunternehmen gebraucht, IT-Know-how nicht nur in Tech-Firmen.
 

Eine junge Frau lehnt in einem Büro lächelnd an der Wand

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Was jetzt beim Berufseinstieg hilft

Noch einen Abschluss dranhängen, weil der Einstieg nicht sofort klappt? Das ist nicht automatisch die beste Lösung. Wenn sich Anforderungen immer schneller verändern, wird vor allem die Fähigkeit wichtig, Neues zu lernen und das eigene Wissen auf andere Bereiche zu übertragen. Praxiserfahrung kann dabei besonders wertvoll sein. Praktika, Werkstudierendenjobs, eigene Projekte oder ehrenamtliches Engagement zeigen Unternehmen, dass Wissen nicht nur auf dem Papier vorhanden ist.

Und vielleicht hilft noch ein Gedanke: Der erste Job nach dem Studium muss nicht der perfekte Job für die nächsten 40 Jahre sein. Eine angrenzende Branche oder ein etwas anderer Aufgabenbereich können Erfahrungen, Kontakte und neue Möglichkeiten bringen. Ein Studium bleibt dafür eine starke Grundlage. Entscheidender wird aber, wie flexibel das eigene Wissen auf einen Arbeitsmarkt übertragen werden kann, der sich gerade ziemlich schnell verändert.

Wie verändert sich der Arbeitsmarkt und welche Kompetenzen werden künftig gebraucht? Mit dem Projekt „Beschäftigung im Wandel“ macht die Bertelsmann Stiftung aktuelle Entwicklungen und Qualifizierungsbedarfe sichtbar und entwickelt Ansätze für gute Arbeit und gezielte Weiterbildung.