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change Magazin – Das Magazin der Bertelsmann Stiftung

Alles, was du über agiles Arbeiten wissen musst

Post-its an einer Glaswand im Büro İrfan Simsar – unsplash.com/license

Mit diesen smarten Arbeitsmethoden rockst du deinen Job

  • İrfan Simsar – unsplash.com/license
  • 17. Januar 2020

Arbeitest du noch, oder bist du schon „agile“? Wenn bei dir Begriffe wie Scrum, Kanban und MVP nur Achselzucken hervorrufen, solltest du unbedingt weiterlesen. Denn change erklärt leicht verständlich, was agile Methoden und Prozesse sind – und wie du sie im Job nutzen kannst. Denn sie machen vieles einfacher und besser.

„Agile“ klingt erst mal gut, im Deutschen benutzen wir das Wort, wenn wir ausdrücken wollen, dass etwas oder jemand wendig oder sehr beweglich ist. Genau darum geht es beim agilen Arbeiten, und das funktioniert ganz anders als traditionelle Methoden oder planloses Ad-hoc-Vorgehen.

Ganz so neu ist die Idee von agilem Vorgehen nicht. Das sogenannte „Agile Manifesto“ wurde schon 2001 veröffentlicht (und das erkennt man auch an der Gestaltung der Website). Darin beschreiben namhafte Softwareentwickler*innen, wie sie Projektabläufe ihrer erfolgreichen Entwicklungen anders gestalteten, als das bisher der Fall war. Es geht um Werte, Prinzipien und Ideen. Heute wird das Manifest in viel mehr Bereichen als nur in der Softwareentwicklung angewendet.

Agilität ist eine Frage der Kultur 

Ganz egal, welche agilen Organisationen man sich anschaut, sie arbeiten oft ähnlich zusammen. Denn Agilität ist zu allererst eine Frage der Arbeitskultur. Transparenz und Vertrauen spielen immer eine große Rolle, jede*r soll wissen, was die anderen tun, also werden Aufgaben und Abläufe sichtbar gemacht.

Agiles Arbeiten funktioniert nicht nach einem starren Plan, sondern ist auf Überraschungen und Veränderungen eingestellt – und kann so leicht auf Stolpersteine reagieren. Sicherlich ist „agile“ nicht der Weisheit letzter Schluss, wie es manchmal dargestellt wird. Es gibt sicherlich auch einiges zu kritisieren. Über verschiedene agile Methoden wie Scrum und Co. gibt es viele Ansichten. Aber es gibt einige agile Qualitäten, die immer gleich sind.

Das Cover des change Magazins 02/2019

Agil, digital, innovativ!

Denkst du bei diesen Worten an … die öffentliche Verwaltung? Nein? Solltest du aber! Im neuen change Magazin kannst du nachlesen, wie die Bezirksregierung Arnsbach ihre Amtstuben entstaubt.


Agil heißt: Feedbackkultur nach innen und außen

Durch kontinuierliches Feedback fällt es leichter, auf Veränderungen zu reagieren. So werden auch schnell Ergebnisse sichtbar, sogenannte „Quick Wins“. Die Feedbackkultur ist nicht nur gut für das Ergebnis der Arbeit, sondern auch für das Team selbst: In regelmäßigen Teamrunden werden Probleme angesprochen und gelöst, was idealerweise dazu führt, dass Abläufe immer besser funktionieren.

Denn ob „agile“ oder nicht: Es gehen immer mal Dinge schief. Dass man das frühzeitig erkennt und darüber redet (und das Problem dann auch löst), macht den Unterschied. 

Rumexperimentieren erlaubt!

Scheitern gehört dazu: Wer Fehler macht, lernt im besten Fall daraus. Und nicht nur man selbst, auch andere können daraus lernen. Rumexperimentieren, scheitern, neu erfinden, verbessern, verwerfen – sobald man sich frei entfalten kann und neue Dinge ausprobiert, kann man auch über den eigenen Tellerrand blicken. Durch die kurzen Feedbackzyklen beim agilen Arbeiten wird sichergestellt, dass kein Fehler fatal ist – oder gar erst bei Projektende festgestellt wird, dass etwas schiefgelaufen ist. 

 

Teamwork, aber crossfunktional

Agiles Arbeiten bedeutet vor allem Teamwork, aber nicht im althergebrachten, starren Abteilungsdenken. Der Gedanke hinter agilen Teams: Man trifft die Entscheidungen dort, wo das Wissen sitzt. So sitzen früh alle Leute an einem Tisch, die für ein Projekt gebraucht werden – egal aus welcher Fachabteilung. Die Teams organisieren sich selbst und arbeiten eigenverantwortlich. Das braucht viel Vertrauen und flache Hierarchien.

Gerade am Anfang ist das schwierig, deswegen werden agile Teams häufig von Moderator*innen angeleitet, die je nach Methode anders heißen, zum Beispiel Agile Coach oder Scrum Master. Diese Person kann dann auch mal auf den Tisch hauen, wenn eine Situation verfahren ist und schnelle Entscheidungen gebraucht werden.

Agil bedeutet: Kontinuierlich besser werden

Um gleichzeitig nach vorne und nach hinten zu schauen, braucht man keine Augen im Hinterkopf: Beim agilen Arbeiten nennt man das „Retrospektive“. Das Team schaut zurück auf das bisher Erreichte, aber mit einem nach vorne gerichteten Blick. Was konnte man bisher lernen? Was lief gut, was nicht so sehr? Wie funktioniert die Zusammenarbeit noch besser?

So kann man wertvolle Einsichten gewinnen, etwa darüber, was man in Zukunft genau so weitermachen will, was ausprobiert werden soll, was man lieber lässt.

Unternehmung braucht Kultur! Das Projekt „Creating Corporate Cultures” der Bertelsmann Stiftung beleuchtet alles rund um Unternehmenskultur und Führung. Weitere spannende Beiträge gibt es im Blog des Projekts.