Mercedes Jadea Diaz
Klein, keck und berühmt
Schon mit fünf Jahren stand Mercedes Jadea Diaz in einem Werbespot für Paulas Pudding vor der Kamera. Danach begann eine Karriere, von der so manch ein Erwachsener träumt: „Der Alte“, „SOKO 5113“, „Das weiße Band“ und dann 2009 sogar einen Bambi für ihre Rolle als Ylvi in „Wickie und die starken Männer“
Sie hat einen Bambi im Bücherregal. Wickelte Kult-Regisseur Detlev Buck an nur einem Drehtag um den Finger. Und zähmte ein Rentier. Zugegeben: Mercedes Jadea Diaz ist keine normale Elfjährige. Das fängt schon beim Namen der Bayerin an, der unbayerischer nicht sein könnte. Jadeas Vater ist Deutscher, die Mutter Halbspanierin. Deren schwarze Haare und den dunklen Teint hat sie nicht geerbt, dafür aber das Temperament. Castingagenten haut das glatt um. Jadea, so ihr Rufname, knipst das Lächeln nämlich nicht einfach nur an wie andere eine Glühbirne. Wenn sie über die Schauspielerei spricht – und das macht ihr unweigerlich gute Laune –, sprüht das zarte Mädchen wie eine Wunderkerze. Die blauen Augen blitzen, ihre rotbraunen Locken wippen, und die Sommersprossen auf der elfenhellen Haut beginnen zu tanzen. Jadea gehört zu den begehrtesten deutschen Kinderstars. Die Frage nach dem Warum erübrigt sich bei so viel Leidenschaft.
Nur einmal verschlug es der sonst so quirligen Nachwuchsschauspielerin, die schon in vielen Filmen und Serien mitspielte, die Sprache: Das war am Tag der Bambi-Verleihung 2009. Als bisher jüngste Preisträgerin wurde sie da für den Kinohit „Wickie und die starken Männer“ geehrt. Hinter der Bühne schlug das Herz der Schülerin noch immer im Turbotempo, ganz fest hielt sie ihr vergoldetes Zweieinhalb-Kilo-Reh in beiden Armen. „Es war so schwer, dass ich richtig runtergesackt bin“, erinnert sie sich. Dann steuerte auch noch Hollywoodstar Kate Winslet direkt auf die junge deutsche Kollegin zu, um ihr zu gratulieren. Was genau die ebenfalls mit einem Bambi ausgezeichnete Britin sagte, weiß Jadea nicht mehr. „Ich war viel zu aufgeregt. Schließlich ist Kate Winslet mein großes Vorbild.“ Jadea träumt von einer ähnlich erfolgreichen Karriere, natürlich inklusive Oscar. Der Bambi, der in der Vergangenheit an Schauspielgrößen wie Mario Adorf, Brigitte Bardot oder Heike Makatsch ging, ist da ein ausgesprochen guter Anfang.
Den Bambi für ihre Rolle als Ylvi
Jadea erhielt die Trophäe gemeinsam mit Regisseur Bully Herbig und Wickie-Darsteller Jonas Hämmerle (14). In dem Wikingerfilm und dessen Fortsetzung im Jahr 2011 durfte sie Wickies Freundin Ylvi spielen. Jadeas erste Hauptrolle, die sie sich als Achtjährige beim deutschlandweiten Casting mit über 600 Kindern erkämpft hatte. Gedreht wurde unter anderem auf der Insel Malta und am oberbayrischen Walchensee, in einem detailgetreu nachgebauten Wikingerdorf. „Es ist so cool, plötzlich in eine andere Zeit zu springen“, findet Jadea. Dass ihre blonde Perücke tierisch juckte und sie immer wieder Bedenken hatte, nicht so routiniert zu sein wie ihr zwei Jahre älterer Co-Star Jonas, hat sie längst verdrängt. Doch Mama Monica (44) erinnert sich noch genau. Ganz Profi, spricht Jadea lieber über die gute Zusammenarbeit mit Bully Herbig: „Er hat mir meine Szenen genau vorgespielt, schließlich war ich erst acht Jahre alt und total unerfahren.“
Mit drei den ersten Werbespot
Dabei begann die Karriere der Münchnerin schon drei Jahre zuvor – mit einem Pudding, den sie werbewirksam verspeiste. Monica Diaz hatte ihre Tochter bei einer Castingagentur angemeldet. Die suchte wenig später dringend nach einem Mädchen für einen TV-Spot. Jadea bekam das mit und quengelte so lange herum, bis sich ihr Vater einen halben Tag frei nahm und sie zum Casting in die City fuhr. Mit Erfolg! Jadea schlug alle Konkurrentinnen aus dem Rennen und nahm beim Dreh im südafrikanischen Kapstadt schnell die Crew für sich ein: „Der Regisseur versprach mir, dass wir die Szene nur noch dreimal drehen würden“, erzählt sie. Nachdem einmal mehr die Klappe fallen musste, sagte die Kleine kess: „Das waren jetzt aber viermal. Dafür gehst du mit mir die Schildkröten angucken.“ Der alte Hase folgte seinem Jungstar gehorsam zu den nahe dem Set lebenden Tieren. Monica Diaz wird oft gefragt, worauf es ankommt: „Entscheidend ist die Ausstrahlung, nicht das Aussehen.“
Maximal 32 Tage à fünf Stunden darf Jadea laut Gesetz pro Jahr vor der Kamera stehen. Nicht nur die Eltern, sondern auch ein Arzt, die Schule und das Jugendamt müssen ihre Einwilligung geben. Findet der Dreh außerhalb der Schulferien statt, muss ein Lehrer am Set den versäumten Unterrichtsstoff mit ihr nachholen. Jadea, die auch noch einen Bruder hat (Leon, 16), würde beruflich gerne öfter bis ans Limit gehen, das führt in der Familie auch schon mal zu Diskussionen. So wie 2010, als sie die Zusage für ihre nächste Hauptrolle im Kinofilm „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ erhielt. Der Haken: Dadurch würde sie von Dezember bis März kaum in der Schule sein. Jadea, die inzwischen von einer Agentur für Nachwuchsschauspieler betreut wird, wollte die Rolle unbedingt. Doch ihre Eltern hatten Bedenken, da der Wechsel von der Grundschule aufs Gymnasium kurz bevorstand – und den wollten sie nicht gefährden. „Die Schule geht vor“, sagt Monica Diaz strikt. Die selbstständige Immobilienmaklerin, die Jadea zu den Filmdrehs begleitet, warnte ihre Tochter: „Bei diesem Pensum wirst du auf dem Zahnfleisch gehen!“ Doch Jadea setzte ihren Kopf durch – auch mit dem Segen ihrer Schuldirektorin, die zur Mutter sagte: „Wenn sie so ein Talent hat, lassen Sie sie machen. Aber sorgen Sie dafür, dass sich am Set eine Nachhilfelehrerin um sie kümmert.“ Jadea stand vor der Kamera, paukte zwischen den Szenen und schaffte den Sprung aufs Gymnasium. „Das war anstrengend, aber schon okay“, erklärt sie. „Wenn man Schauspielerin werden will, gehört das dazu. Außerdem hat der Dreh irre viel Spaß gemacht!“ Ihre dreistellige Tagesgage wanderte wie immer auf ein Sparkonto.
Immer wieder Neues lernen
Jadea hält den Schauspieljob für mindestens genauso wichtig wie den Unterricht im Klassenzimmer: „Schließlich lerne ich da jedes Mal was Neues!“ Von ihrer Filmkollegin Anna Loos schaute sich Jadea ab, wie man eine Filmfigur mit Leben füllt. „Ich hörte genau zu, wie sie mit dem Regisseur über ihre Rolle sprach. Danach machte ich zum ersten Mal auch eigene Vorschläge.“ Beim Dreh von „Als der Weihnachtsmann von Himmel fiel“ legte Jadea mit Hilfe eines Tiertrainers ihre Scheu vor Hunden ab und bugsierte ein Rentier – trotz Angst vor dessen spitzem Geweih – in einen Bauwagen. Schauspielerin Jessica Schwarz lieh Jadea in den Drehpausen ihr iPhone zum Spielen und erwähnte, dass sie nicht mehr zu Castings gehen müsse, da ihr die Drehbücher zugeschickt würden. „Mama, das will ich auch“, verkündete Jadea daraufhin selbstbewusst zu Hause. Ein Satz, der für amüsiertes Schmunzeln sorgte.
Detlev Buck rief persönlich an
Bis Detlev Buck höchstpersönlich auf dem Handy von Monica Diaz anrief und sagte: „Ich möchte, dass Ihre Tochter in meinem nächsten Film mitmacht.“ Jadea hatte ihn 2008 am Set von „Das weiße Band“ getroffen. Sie spielte damals eine seiner Töchter. Es war eine winzige Rolle, nur ein einziger Drehtag. Und doch reichte es aus, um den Schauspieler und Regisseur zu überzeugen. Als Buck letztes Jahr den Bestseller „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann mit Stars wie Florian David Fitz, Katharina Thalbach und David Kross verfilmte, stand auch Jadea auf der Besetzungsliste. Am 25. Oktober kommt der Streifen in die Kinos.
Wenn ihr Gesicht auf Plakaten zu sehen ist, hört Jadea ab und zu fremde Menschen tuscheln. Auf der Straße, im Bus. „Ist das nicht...?“ Ihre Klassenkameraden brennen in dieser Zeit besonders auf Details vom Dreh und den Premierenfeiern. Nach ein paar Wochen klingt der Rummel wieder ab. Dann ist Jadea wieder einfach nur Jadea. Nicht Ylvi, Charlotte, Lisa oder eine ihrer anderen Filmfiguren. Sie geht montags zum Jazzdance, guckt donnerstags „Germany’s Next Topmodel“ und bastelt mit ihrer besten Freundin an einer Zeitung. Bis zur nächsten Zusage ...
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Kinder.Stiften.Zukunft.
In jeder Stadt gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die sich für junge Menschen und Familien engagieren. Diese zu vernetzen und zu unterstützen, ist Ziel der Kinder.Stiften.Zukunft-Kongresse.
Linktipp: www.kinder-stiften-zukunft.de
Kontakt: Susanne Bendicks
„jungbewegt“ – Dein Einsatz zählt.
Das Projekt fördert das gesellschaftliche Engagement junger Menschen. In Kooperation mit Ländern, Kommunen und gemeinnützigen Organisationen unterstützt es Kindertages- stätten, Schulen und Einrichtungen der außer- schulischen Jugendarbeit dabei, sich zu Orten der Engagementförderung zu entwickeln.
Linktipp: www.jungbewegt.de
Kontakt: Sigrid Meinhold-Henschel
Daten zu Kinderarmut
Für alle Städte und Gemeinden ab 5.000 Ein- wohnern hat die Bertelsmann Stiftung Daten über Kinderarmut erhoben und stellt sie im Online-Portal www.wegweiser-kommune.de zur Verfügung.
Linktipp: www.wegweiser-kommune.de
Kontakt: Petra Klug
Faktencheck Gesundheit
Das Internetportal zeigt medizinische Behandlungsgebiete auf, bei denen es große regionale Versorgungsunterschiede gibt. Der Faktencheck „Antibiotika-Verordnungen bei Kindern“ befasst sich mit der Verordnungs- praxis von Antibiotika.
Linktipp: antibiotika.faktencheck-gesundheit.de
Kontakt: Thomas Neldner
Musikalische Grundschule
Rund 160 Schulen in Hessen, Berlin, Bayern und Thüringen arbeiten in diesem Schul- entwicklungsprojekt daran, der Musik einen zentralen Stellenwert im Alltag zu geben. Ab Sommer 2012 werden sich 100 weitere Schulen in Niedersachsen beteiligen.
Linktipps:
www.bertelsmann-stiftung.de/musikalischegrundschule
www.facebook.com/Musikbildet
Kontakt: Ute Welscher





