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Olaf Butterbrod Arne Weychardt

Integration

Warum Olaf Butterbrod eine Fußball-Elf mit Flüchtlingen gegründet hat

  • Gero Günther
  • Arne Weychardt
  • München
  • Dezember 2016

Für Fußball begeistert hat sich der ehemalige Werber schon immer. Nach einer Auszeit in Tansania wurde das Training mit Flüchtlingen in München schnell mehr als ein Hobby.

Als junger Mann hat Olaf Butterbrod zwei Jahre lang in einer türkischen Mannschaft gespielt, als einziger Deutscher: „Ich war immer der Spieler, der zuerst ausgewechselt wurde“, sagt er und lacht.

20 Jahre später rackerte Olaf Butterbrod in einer Werbeagentur. Stress total. Nachtarbeit. 2011 kündigte er, um sich einen Traum zu erfüllen. In Tansania trainierte der Fußballbegeisterte zehn Wochen lang Waisenkinder. Organisierte Turniere am Fuß des Kilimandscharo.

Dann kam er zurück nach Deutschland und rief eine Flüchtlingsmannschaft ins Leben, die „bei Wind und Wetter“ im Englischen Garten trainierte.

Sponsoren suchen und gegen Abschiebung kämpfen

Schon bald war er viel mehr als ein Trainer: Als „Mädchen für alles“ kümmert er sich um Sportkleidung und Spielerzulassungen, aber auch um Passangelegenheiten, Deutschunterricht, Wohnungen, Praktikumsplätze oder Jobs. Er sucht Sponsoren und Unterstützer und engagiert sich gegen die drohende Abschiebung mehrerer Spieler. 

„Relativ schnell wurde mir klar, dass der Job nicht mit zwei Stunden Training erledigt ist.“

Von Anfang an bestand Butterbrod darauf, dass die Spieler Deutsch lernen und auf Deutsch miteinander kommunizieren. „Schließlich waren wir ja auch Botschafter für eine gemeinsame Sache.“

Die Mannschaft ist im normalen Alltag angekommen

Seit seine Mannschaften beim ESV Neuaubing spielen und in einer festen Vereinsstruktur integriert sind, hat er zwar den Trainerposten aufgegeben, dafür sind neue Aufgaben auf ihn zugekommen. Radio, Presse und Fernsehen interessierten sich immer stärker für die Integrationsmannschaften.

Für Butterbrod ist der ESV Neuaubing im normalen Alltag angekommen. Die erste Aufregung ist verflogen, „jetzt heißt es Teil der Gesellschaft zu werden.“