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change Magazin – Das Magazin der Bertelsmann Stiftung

Digitale Teilhabe: Drei Apps, die für Senioren unbenutzbar sind

Ein älterer Mann hält ein Smartphone. Shutterstock / Sementsova Lesia

Diese Apps sind für uns selbstverständlich – für Senioren sind sie unbenutzbar

  • Shutterstock / Sementsova Lesia
  • Dezember 2017

Shopping-Apps, Navigation und andere digitale Helfer sind für junge Menschen Alltag. Ältere haben hart damit zu kämpfen. Wir erklären warum – und wie es besser geht.

Ob eine schnelle Mail, ein Last-Minute-Geschenk oder eine Adresssuche von unterwegs, mit dem Smartphone sind wir mobil und für alle Eventualitäten gerüstet.

Doch auch die hilfreichsten Tools haben ihre Tücken: Für Senioren sind sie oft zu kleinteilig oder zu komplex. Diese drei Apps sind dafür ein gutes Beispiel.

1. Google Maps

Gerade im Alter lässt der Orientierungssinn zunehmend nach. Besonders ungünstig ist es, wenn Senioren nicht auf gängige Navigationsdienste zurückgreifen können.

Obwohl eine Sprachnavigation verfügbar ist, muss für diese erst ein Ziel definiert werden. Hier stellen die kleinen Schaltflächen eine große Hürde dar. 

2. Snapchat

Über Snapchat lassen sich Fotos und kurze Clips verschicken. An diesen Updates ihrer Kinder und Enkel hätten sicher auch Senioren Spaß – wäre da nicht die komplexe Handhabung.

Der Menüwechsel erfolgt hier durch Wischen. Für Digital Natives ist das intuitiv, für Ältere jedoch meist verwirrend.

3. Amazon

Mit dem Alter ist der Alltag mit erhöhter Anstrengung verbunden. Sich Einkäufe direkt nach Hause liefern zu lassen, kann Senioren stark entlasten.

Dazu müssten Shopping-Apps für ältere Menschen leicht bedienbar sein. Doch gerade bei finanziellen Angelegenheiten kann ein komplexes Interface abschrecken. 

Apps für Senioren nutzbar machen

Dabei liegt das Problem oft in der Konzeption, sagt Fritz Frenkler, der Industrial Design an der TU München unterrichtet. „Die sinnfällige Gestaltung ist von der Industrie in den letzten 30 Jahren vernachlässigt worden.“ Design habe heute ausschließlich Marketingfunktion – und hindere ältere Bevölkerungsgruppen so an der Teilhabe.

Damit es bei der Digitalisierung keine Verlierer gibt, müssen wir den Wandel aktiv gestalten. Denn gerade Senioren können vom technischen Fortschritt enorm profitieren: Digitale Assistenzsysteme und Versorgungsangebote, aber auch Smartphones und das Internet können der älteren Generation helfen, länger selbstständig zu bleiben.

Das Cover der Ausgabe 2/2017 des change Magazins

Wie das aussehen kann, lesen Sie in der Printausgabe des change Magazins 02/2017.