Das Magazin der
Bertelsmann Stiftung

Eine junge Frau arbeitet an einem Notebook. Unsplash / Brooke Lark

New Work

Mobiles Arbeiten: Diese vier Argumente überzeugen Ihren Chef

  • Dr. Ole Wintermann
  • Unsplash / Brooke Lark
  • Gütersloh
  • Mai 2018

Mit dem Laptop im Straßencafé oder gemütlich in den eigenen vier Wänden arbeiten? Für viele Menschen ein Traum. Aber was tun, wenn die Firma einfach nicht mitspielen will?

Mobiles Arbeiten hat nicht nur für Beschäftigte Vorteile – davon können auch Arbeitgeber profitieren. Wir haben einen gefragt, der es wissen muss: Dr. Ole Wintermann ist Experte der Bertelsmann Stiftung und widmet sich dort der Zukunft unserer Arbeitswelt. Hier sind seine Top-Argumente, um Vorgesetzte zu überzeugen.


1. Bessere Kommunikation

Eines der vielen Totschlagargumente aus der Old Economy lautet: „Wer von zu Hause arbeitet, kann nicht mehr richtig mit seinen Kollegen kommunizieren.“ Dabei ist oft das Gegenteil der Fall, sagt Wintermann: „Mobiles Arbeiten bringt neue Content- und Kommunikationstools jenseits von Outlook und PowerPoint. Je nachdem, in welcher Projektphase man sich gerade befindet, kann man mit ausgewählten Leuten über das richtige Tool sehr viel schneller in Verbindung treten.“

Ob Slack, Skype oder Google-Docs: Je nach Dringlichkeit und Anlass komme man viel eher zum Ziel als mit einem überquellenden E-Mail-Posteingang und kilometerlangen CC-Listen.

2. Mehr Produktivität

Wer mobil arbeitet, spart sich viele unnötige Meetings. Wintermann weiß: „Oft geht es in diesen Meetings nur um Lautstärke, Dominanz und Repräsentieren anstatt um Inhalte. Das alles fällt digital weg. Man fokussiert sich auf das, was wirklich wichtig ist.“ Außerdem könne man durch die freie Wahl seiner persönlichen Arbeitshardware und -software effizienter arbeiten.

Eine Frau arbeitet zuhause an einem Computer.

Was hindert Menschen am mobilen Arbeiten?

Wie wir morgen und in der ferneren Zukunft arbeiten werden: Damit befasst sich die Bertelsmann Stiftung in dem Projekt „Die betriebliche Arbeitswelt in der Digitalisierung“. Die aktuelle Studie "D21 Digital Index" zeigt: Neue, mobile Arbeitsformen werden noch immer nur von einer Minderheit praktiziert – obwohl sich viele Menschen diese Möglichkeiten wünschen und ihre Workflows das grundsätzlich zulassen. Gründe sind hier u.a. fehlende Strukturen am Arbeitsplatz oder mangelnde Offenheit der Vorgesetzten.

Bild: Unsplash / Andrew Neel

 

3. Mehr Bindung an den Arbeitgeber

Chefs, die Telearbeit ermöglichen, geben ihren Mitarbeitern einen Vertrauensvorschuss und unterstützen dabei, Berufs- und Privatleben besser zu verbinden.

„Damit zeigen sie ganzheitlichen Respekt für die Belange ihrer Beschäftigten. Ich glaube, dass das nicht nur die inhaltliche, sondern auch die emotionale Bindung zwischen Unternehmen und Mitarbeitern stärkt“, so Wintermann.

4. Schonung von Ressourcen

„Haben Sie schon einmal ausgerechnet, wie viel Zeit und Fahrtkosten Sie im Jahr für den Weg zur Arbeit aufwenden?“ Wintermann ist sicher, dass diese Ressourcen anderweitig besser investiert wären – beispielsweise in Arbeitsgeräte oder Fortbildungen.

„Und wenn wir dazu übergehen, dass nicht alle Menschen morgens und abends zur selben Zeit die Straßen verstopfen, dann ist das auch gut für urbane Räume und für die Umwelt.“

Mehr dazu? Dr. Ole Wintermann und seine Kollegen bloggen regelmäßig zum Thema Zukunft der Arbeit. Das Projekt Betriebliche Arbeitswelt in der Digitalisierung erforscht dabei, welche Tätigkeiten im Wandel bestehen können. Ein umfassendes Interview zum Thema gibt es in der gedruckten Ausgabe von change 1/2018.