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Leichter lernen mit Musik: Dieser Trick ist viel besser als Vokabelpauken

Eine Person steht vor Leuchtschrift. Unsplash/Spencer Imbrock

Leichter lernen mit Musik: Dieser Trick ist viel besser als Vokabelpauken

  • Unsplash/Spencer Imbrock
  • 23. November 2018

Hilft Musik, Sprachen zu lernen? Kleiner Spoiler: Ja. Und zwar auf vielfältige Weise. Denn Musik hilft nicht nur, das Hirn auf Hochtouren zu bringen. Sie kann auch als Mittlerin zwischen den Kulturen wirken.

Fest steht: Musik kann die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigern, mit Betonung auf „kann“. Eine viel zitierte Studie aus den 1990er-Jahren prägte den Begriff „Mozart-Effekt“. Beim Hören einer Klaviersonate von Mozart hatten Probanden bessere kognitive Leistungen erbracht als Vergleichshörer mit keiner oder anderer Musik. Der Mozart-Effekt gilt aber mittlerweile als Mythos. In Vergleichsstudien hatte z. B. ein Schubert-Stück denselben Effekt. Die gute Nachricht für Metal-Fans: Inzwischen geht man davon aus, dass jede instrumentale Musik, die dem Hörer als angenehm erscheint, Lernleistungen verbessern kann. 

Nicht nur als Hintergrundgeräusch kann Musik beim Lernen helfen – sondern auch in Form von Gesang. Und hier vor allem beim Erwerb von Sprachen.

Agathe Bauer haut auf die Leberwurst

Das Phänomen, Wörter in der eigenen Sprache gegen Gleichlautendes auszutauschen, nennt man den USA „Mondegreen“. Die Schriftstellerin Sylvia Wright hat den Begriff 1954 geprägt. In einem schottischen Lied missverstand sie als Kind die Zeile „And laid him on the green“ als „And Lady Mondegreen“. 

In Japan hat man ein eigenes Wort für Verhörer, bei denen Wörter einer fremden Sprache in gleichklingende Wörter der (meist) eigenen Sprache „übersetzt“ werden: „Soramimi“, wörtlich übersetzt „Luftohr“. Das hat wohl schon jeder einmal beim Radiohören erlebt. In Deutschland verstehen viele „Hau auf die Leberwurst“ bei Paul McCartneys „Hope of Deliverance“. Eins der bekanntesten Beispiele: Ken Lee.

Drei Jugendliche spielen in einer Band.

Was Musik mit sozialer Gerechtigkeit zu tun hat

Singend Sprachen lernen

Doch genau so soll man Sprachen lernen, argumentieren Fachleute wie Dr. Katie Overy von der Universität Edinburgh. Indem man mitsingt, auch ohne den Text zu verstehen, lernt man Fremdsprachen schneller und besser. Was viele noch als „listen and repeat“ im Ohr haben, sollte also eher „listen and sing“ heißen.

Mit anderen Menschen zusammen geübt, können so Sprachbarrieren abgebaut werden. Man lernt, sich anders auszudrücken, überwindet Fremdheit und Scham – und baut Brücken zwischen den Kulturen. So auch das Projekt „Musik, Sprache, Teilhabe“ der Bertelsmann Stiftung. Es zielt auf alle Kinder und Jugendliche ab, die die deutsche Sprache neu lernen oder Bedarf an Sprachförderung haben, egal ob sie Muttersprachler sind oder nicht.

Mehr dazu? Mit Musik zu besserer Verständigung und einem harmonischen Miteinander: Das Projekt „Musikalische Bildung“ der Bertelsmann Stiftung setzt sich dafür ein, alle an kultureller Bildung teilhaben zu lassen.