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Ein Mann bedient ein Tablet, das auf einem Tisch steht unsplash.com/linkedinsalesnavigator

Medien richtig nutzen

Deutsche lernen digitaler. So halten Bildungseinrichtungen Schritt!

  • change-Redaktion
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  • Gütersloh
  • März 2018

Immer mehr Menschen nutzen das Internet, um sich weiterzubilden. Volkshochschulen und andere öffentliche Angebote verlieren ihren Rang an Google, YouTube und Co. Dadurch entgehen Lernwilligen entscheidende Vorteile.

Ein Erklär-Video auf YouTube, eine Fünf-Schritte-Anleitung, die nur eine Google-Sucheingabe entfernt ist – wer ein akutes Problem lösen oder etwas Neues lernen möchte, wird im Internet schnell fündig. Einer Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge nutzt jeder Zweite regelmäßig digitale Angebote, um sich selbstständig fortzubilden.

Das Problem dabei: Nicht alle Inhalte, die im Netz frei verfügbar sind, haben wirklich Gehalt. Volkshochschulen und andere öffentlich geförderte Anbieter haben zwar hochwertige Angebote, doch nutzen sie die Potentiale digitaler Medien zu selten. Mit diesen drei Maßnahmen könnten sie ihre Kurse mehr Menschen zugänglich machen.

1. Digitale Formate in den Fokus setzen

Viele Weiterbildungseinrichtungen setzen digitale Medien erfolgreich in der Vermittlung ein – PowerPoint, Videos und Online-Literatur gehören zum Lernalltag. Gerade die kluge Ergänzung des konventionellen Lernens kann ein Vorteil gegenüber reinen Onlineformaten sein.

Im so genannten "Blended Learning"  liegt eine Chance für Einrichtungen, die auch neuere Werkzeuge wie Lernspiele,  Apps, Webinare oder MOOCs (Massive Open Online Course). Mehr als die Hälfte der Lehrenden setzt solche Format bisher jedoch nicht ein.

2. Das Lernen von zu Hause ermöglichen

Lernen mit digitalen Medien ist für knapp die Hälfte der Bevölkerung zum integralen Bestandteil des täglichen Lebens geworden.

80 Prozent derjenigen, die im vergangenen Jahr online gelernt haben, geben an, lieber zu Hause zu lernen und dabei möglichst informell und selbstgesteuert. Sie schätzen daher besonders diejenigen Angebote, die ein Maximum an Freiheit und Selbstständigkeit ermöglichen. Zugleich sind sie aber auch skeptisch, wenn bislang traditionelle Lernformen in die digitale Welt übertragen werden.

Beliebt sind vor allem kurze problem- und handlungsorientierte Wissensangebote – ein Ansatz, der auch in der öffentlichen Erwachsenenbildung von großem Nutzen sein kann.

3. Qualität leichter auffindbar machen

Wer im Netz etwas sucht, hat ein konkretes Problem im Sinn – sei es, wie man eine neue Fremdsprache lernt oder einen verstopften Abfluss repariert. Woher die Lösung dabei kommt, ist für Betrachter nebensächlich und bleibt kaum im Gedächtnis. 

Hier müssen die Anbieter ihre Perspektive wechseln. "Von den Nutzern her zu denken" hieße vor allem, hochwertige Inhalte dort auffindbar zu machen, wo sie im Alltag gesucht werden: In Suchmaschinen, auf Videoportalen, in sozialen Netzwerken.

Mit einem freiwilligen Gütesiegel könnte Qualität zudem auf einen Blick sichtbar gemacht werden. Anbieter von Weiterbildungen könnten sich von ungeprüften Inhalten abgrenzen, sogar wissenschaftliche oder didaktische Ansprüche herausstellen.

Mehr dazu? Der Monitor Digitale Bildung der Bertelsmann Stiftung untersucht, wie es um das digitale Lernen in Schulen, Hochschulen, Ausbildungen und Weiterbildungen steht.